Gemeinden dürfen auf ihrem Ortsschild mit Nationalpark werben
Birkenfeld · Die Kommunale Nationalparkversammlung hat nach ihrer konstituierenden Sitzung im Umwelt-Campus Birkenfeld keine Geschäftsordnung und keinen Vorsitzenden. Nach Informationen der Nahe-Zeitung haben sich die 27 kommunalen Delegierten plus Stellvertreter darauf geeinigt, die Geschäftsordnung zunächst in einem Ausschuss vorzubereiten und im September der Versammlung vorzulegen.
Birkenfeld. Im September werden erst die sechs Bürger benannt, die in diesem Gremium mitarbeiten sollen. Bewerber hierzu gibt es aus Reihen des Freundeskreises Nationalpark, des Hunsrückvereins, der Fördergemeinschaft Birkenfeld, des Bauern- und Winzerverbands sowie der zertifizierten Natur- und Landschaftsführer. Aufgrund der großen Zahl an Bewerbern wurde in der Sitzung am Umwelt-Campus ein Rotationsprinzip vorgeschlagen.
Landrat Matthias Schneider sprach gegenüber der Nahe-Zeitung von einer klugen Entscheidung: "Eine kommunale Nationalparkversammlung gibt es bundesweit noch nicht. Ich gehe davon aus, dass sie Vorbildcharakter haben wird auch für andere Regionen. Von daher müssen wir sehr sorgfältig vorgehen", die Geschäftsordnung müsse "hieb- und stichfest" sein. Dem Ausschuss gehören der Landrat selbst, die VG-Bürgermeister Bernhard Alscher (Birkenfeld), Marc Hüllenkremer (Thalfang), Uwe Weber (Herrstein), Michael Hülpes (Hermeskeil) sowie der Ortsbürgermeister von Neuhütten, Peter Kretz, an.
Juristisch beraten wird das Gremium Jürgen Schlöder, Dezernent bei der Kreisverwaltung.
In der Septembersitzung sollen dann die Geschäftsordnung verabschiedet, ein Vorsitzender gewählt und die sechs "normalen" Mitglieder aus Reihen der Bürgerschaft bestimmt werden. Schneider sieht keinen zeitlichen Druck, schließlich stehe die Sommerpause an, und das Nationalparkamt sei ebenfalls noch nicht endgültig installiert. Zudem seien in der Versammlung am Mittwoch zahlreiche neue Diskussionsansätze und Ideen etwa zu Wege- und Parkplatzsituation vorgetragen worden, die nun noch integriert werden können.
Zu Beginn der Sitzung hatte Umweltministerin Ulrike Höfken ihre Leitgedanken zum Nationalpark formuliert. Ihr saarländischer Kollege Reinhold Jost moderierte die nicht öffentliche Versammlung. Verpflichtet wurden die Beiratsmitglieder vom Leiter des Nationalparkamtes, Dr. Harald Egidi. Zum Thema "braune" Beschilderung gibt es in der kommenden Woche einen Erörterungstermin mit NLP-Amt und Landesbetrieb Mobilität (LBM) Bad Kreuznach. Bei den "gelben" Ortsschildern ist man bereits einen Schritt weiter: Laut Matthias Schneider hat man sich auf Landräte-Ebene ("Das ist Hoheit der Kreise") verständigt, dass die "Nationalparkgemeinde" auf die Ortsschilder kommen soll, auf die zusätzliche Bezeichnung "Nationalparkkreis" wird aus Gründen der Übersichtlichkeit verzichtet.
Schneider: "Dafür gibt es andere Möglichkeiten, etwa in Form von touristischen Begrüßungsschildern." Jede Ortsgemeinde in der NLP-Region kann die Änderung der Beschilderung an Bundes-, Landes- und Kreisstraßen beantragen. Die Anträge werden von der Kreisverwaltung gesammelt, danach soll es eine Sammelbestellung geben, um Kosten zu sparen. An reinen Gemeindestraßen können die Dörfer bereits jetzt entsprechende Schilder installieren, wie es einige auch schon getan haben.