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Gemeinden schnell im Internet unterwegs

Gemeinden schnell im Internet unterwegs

Ende Oktober ist ein wichtiges Großprojekt der Verbandsgemeinde Saarburg nahezu abgeschlossen worden: Fast alle Ortsgemeinden haben nun eine schnelle Internetverbindung. Nur Serrig und Palzem warten noch auf ihren Anschluss.

Saarburg. Mary Hemmerling aus Merzkirchen lacht. Ihre Internetverbindung streikt. Klassischer Vorführeffekt. "Seit etwa vier Jahren haben wir einen Zugang über Funk. Das funktioniert problemlos." Hemmerling betreibt die Pilgerherberge Zur Destille. Sie ist auf das Internet angewiesen. "Es gab Zeiten, als wir über ISDN ins Netz gegangen sind. Mal eben googeln konnte man vergessen. Es hat Ewigkeiten gedauert, bis sich eine Seite aufbaute." Die Herberge hat eine Homepage, Gäste buchten online, Bestellungen gingen per Internet an die Lieferanten. "Ohne schnelle Verbindung wäre das heute kaum machbar."
Die Antenne zum Empfang des Funksignals habe etwa 1000 Euro gekostet, sagt Hemmerling. Die Monatsgebühren hätten anfangs bei etwa 90 Euro gelegen. Inzwischen sei es noch die Hälfte - immer noch mehr, als die meisten Kunden der Anbieter von Kabelverbindungen bezahlen.
Seit 2006 hat die Verbandsgemeinde (VG) Saarburg daran gearbeitet, das Angebot zu verbessern. Ende Oktober lief eine Frist der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier aus. Weil für den Ausbau Fördergeld bewilligt wurde, musste bis dahin nachgewiesen werden, dass die Verbindungen stehen. Serrig und Palzem sind noch in der Warteschleife. Serrig soll ohne Förderung angeschlossen werden, für Palzem hat die VG eine Fristverlängerung beantragt. Gelingt der Anschluss innerhalb der Frist nicht, muss das Fördergeld zurückgezahlt werden.
"Abgesehen von Serrig und Palzem haben wir nun überall eine Grundversorgung", sagt Verbandsbürgermeister Leo Lauer. Nach Auskunft der VG wird in den kommenden Tagen eine Lösung für Palzem vorgeschlagen. Grundversorgung heißt: eine Geschwindigkeit von mindestens zwei Megabit pro Sekunde. Zwischen drei und sechs Megabit seien per Funk realistisch und zehn Megabit theoretisch möglich, sagt Lauer. Um Serrig soll sich das Unternehmen Inexio kümmern. Bereits im August hätte die Versorgung stehen sollen. "Die finden immer neue Gründe, warum es nicht klappt", ärgert sich der Verbandsgemeindechef.
Die Gemeinden der VG haben eine der letzten Möglichkeiten genutzt, nennenswerte Fördermittel zu bekommen. Zwischen 6000 Euro und 25 000 Euro hatte jede Gemeinden zu zahlen - insgesamt etwa 210 000 Euro. 90 Prozent wurden von Bund und EU übernommen, wenn Funkverbindungen errichtet wurden.
Unzufrieden ist Werner Schwarzenbarth aus Körrig. Er hat eine Tuning-Werkstatt. "Die Versorgung jetzt ist eine Erleichterung. Aber es ist noch viel zu wenig", sagt er. Lieferanten schickten statt Kataloge große E-Mails. Zudem sei er auf Online-Banking angewiesen. Stabil sei das Netz nicht. "Manchmal fällt es für eine Stunde aus, manchmal für mehr als einen Tag."
Das Großprojekt ist aber so gut wie beendet. "Für die kommenden Jahre wird sich nicht viel tun", sagt Lauer. Die Hälfte der Gemeinden hat einen Kabelanschluss. "Mittelfristig ist aber ein kabelgebundener Anschluss aller Ortsgemeinden unser Ziel." Woher das Geld dafür in Zukunft kommen könne: aus dem Verkauf von Windenergie.Extra

Diese Anbieter gewährleisten die Grundversorgung: Kabeldeutschland: Stadt Saarburg, Trassem, Vodafone: Stadt Saarburg, Telekom: Stadt Saarburg, Fisch, Freudenburg, Rommelfangen, Südlingen, Helfant, Esingen, Dilmar, Wincheringen, Bilzingen, Telecab: Kahren, Krutweiler, Kastel-Staadt, Kirf, Mannebach, Merzkirchen, Körrig, Portz, Kelsen, Dittlingen, Palzem (in Kürze), Wehr (in Kürze), Kreuzweiler (in Kürze), Taben-Rodt, Söst, Inexio: Ayl, Irsch, Ockfen, Schoden, Serrig (in Kürze) thie