Gemeinderat Zerf beschließt, 600 000 Euro in die Sanierung der Ruwertalhalle zu stecken.

Kommunalpolitik : Ungewisse Zukunft für Zerfer Halle

Der Gemeinderat Zerf hat beschlossen, 600 000 Euro in die Sanierung der Ruwertalhalle zu stecken. Doch Untersuchungen eines Statikers werfen Pläne über den Haufen.

Schlechte Nachrichten von der Ruwertalhalle gab es unter dem Punkt Mitteilungen in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats Zerf: Die Halle ist nur noch eingeschränkt nutzbar, informierte Ortsbürgermeister Dieter Engelhardt seine Ratskollegen. Die fachliche Begründung lieferte Ratsmitglied Michael Finkler, der als Architekt beauftragt war, die Sanierung des Hallendachs voranzutreiben.

Die Untersuchung durch einen Statiker habe zahlreiche Problemfelder beim Brandschutz ergeben. Ende 2018 sei eine neue Brandschutzverordnung für Versammlungsstätten in Kraft getreten. Durch die damit einhergehende Verschärfung der Vorschriften könne die Halle nur noch für Veranstaltungen mit bis zu 200 Gästen genutzt werden. So müsste die Tragekonstruktion des Daches nach neuen Richtlinien überarbeitet werden. Was bedeutet, dass die Stahlträger sandgestrahlt und mit einer anderen Farbe gestrichen werden müssten, sagt Finkler. „Wir müssten die Halle komplett demontieren, die Träger mit Brandschutzfarbe lackieren und die Halle wieder aufbauen“, sagt Bürgermeister Engelhardt.

Zudem müsse das Styropor, mit dem die Halle gedämmt ist, entfernt und stattdessen nicht brennbare Dämmmaterialien eingebaut werden. Auch die Holzverkleidung in der Halle müsse entfernt werden. Würde diese nicht angepasst, müsste für jede Veranstaltung ein Antrag auf Genehmigung gestellt und eine Brandschutzwache gestellt werden. Deshalb sei die Feuerwehr bei der Kappensitzung, die von mehr als 300 Personen besucht wurde, da gewesen. „Eine Sanierung ist wirtschaftlich wahrscheinlich nicht darstellbar“, sagt Engelhardt. Doch sei es nicht selbstverständlich, dass eine beantragte Sondergenehmigung erteilt werde. Es könne sein, dass diese verweigert werde, stellt ein Ratsmitglied fest. Der Bauausschuss werde sich mit dem Thema weiter befassen, kündigt der Ortsbürgermeister an. Dann werden die Kosten für einen Neubau der Halle und für eine Sanierung des bestehenden Gebäudes gegenübergestellt.

Die rund 700 Quadratmeter große Halle ist 1984 gebaut worden, sagt der Ortsbürgermeister. Ende November 2018 hatte der Gemeinderat beschlossen, 600 000 Euro in die Sanierung zu investieren. Von dieser Summe sollte rund die Hälfte in die Sanierung des undichten Daches fließen, der Rest für weitere Sanierungsarbeiten verwendet werden. Doch durch die neue Situation sind diese Arbeiten erst einmal obsolet geworden.

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