Gemeindewald lässt Kasse klingeln
Reinsfeld · Mehr als 200 000 Euro Gewinn kann die Ortsgemeinde Reinsfeld für 2015 aus ihrem Gemeindewald erwarten. Und dass, obwohl nachhaltig gewirtschaftet wird und viel Geld in Nachpflanzungen und die Infrastruktur fließt.
Reinsfeld. Der Gemeindewald beschert Reinsfeld wieder einmal freudige Nachrichten. Überraschend sind sie zwar nicht. Denn bereits seit etlichen Jahren erwirtschaftet der Forst einen satten Überschuss. Doch selbstverständlich ist das jährliche Weihnachtsgeschenk wiederum nicht. Denn es hängt ab von mehreren Faktoren, die sich jederzeit ändern können.
So etwa von den auch dieses Mal wieder relativ geringen Kosten für die sogenannte Holzernte, dem Fällen der Bäume und natürlich auch von den Erträgen. Die am Holzmarkt zu erzielenden Preise bewegen sich ebenfalls seit Jahren auf einem hohen Niveau. Beides beeinflusste entscheidend das erwartete Betriebsergebnis 2015. Laut Ortsbürgermeister Rainer Spies werden es nach aktuellem Stand voraussichtlich etwa 207 000 Euro sein. Die ursprüngliche, bewusst vorsichtige, Kalkulation ging von 101 066 Euro aus. Schließlich gibt es stets weitere Unwägbarkeiten, die zu berücksichtigen sind wie etwa lange Trockenheit und Borkenkäferbefall, wodurch Holz geschädigt wird, was wiederum die Einnahmen zwangsläufig mindert.
"Wir hatten sehr viel Glück", kommentierte Forstamtsleiter Bernhard Buss die noch nicht endgültigen, aber in jedem Fall erfreulichen, Zahlen für 2015. Denn schon wegen der trockenen Sommer müssten Waldeigentümer mit Risiken leben. Revierleiter Martin Ritter wies darauf hin, dass der Forst wie bereits in den vergangenen Jahren erneut "Investitionen in die Zukunft" getätigt habe. Im Gemeindewald seien nicht nur 8100 Festmeter Holz eingeschlagen, sondern auch 16 100 Bäume gepflanzt worden. Insbesondere Buchen, Bergahorn und Weißtannen, die sich besser für das sich wandelnde Klima eigneten. Gezielt werden robustere Mischwaldbestände aufgeforstet. Außerdem sei in die Infrastruktur investiert worden. So nannte er als ein Beispiel die Pflege des Radwegenetzes.
Der dem Ortsgemeinderat vorgelegte Forstwirtschaftsplan für 2016, der einstimmig absegnet wurde, geht von einem geplanten Überschuss in Höhe von 100 361 Euro aus. Vorgesehen ist, insgesamt 7180 Festmeter Holz einzuschlagen - davon allein 5930 Festmeter Fichten. Im Interesse der Nachhaltigkeit soll selbstverständlich auch im kommenden Jahr parallel dazu nachgepflanzt werden. Fest eingeplant sind erneut vor allem 2000 Weißtannen, 4000 Bergahorn und 3600 Buchen.
Im Hinblick auf die Versorgung der Bürger mit Brennholz wies Ritter auf den "Vergabe-Termin" am Samstag, 23. Januar, hin. An die Wege gerücktes Langholz verkauft die Gemeinde wie bisher für 50 Euro pro Festmeter. Sogenannte Selbstwerber-Flächen mit von Forstleuten gefällten Bäumen, die Privatleute sägen und abfahren können, kosten 23 Euro statt bisher 20 Euro pro Raummeter. urs