Gemeinsam gegen das Vergessen

Einblick in ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte haben luxemburgische Polizeischüler und Studierende der Hochschule der Polizei Rheinland-Pfalz erhalten. Sie besuchten die Gedenkstätte SS-Sonderlager/KZ Hinzert.

Hinzert. Gleich nach ihrem Eintreffen im Hochwaldort Hinzert marschierten die luxemburgischen Polizeischüler und die Studierenden der Polizei-Hochschule Rheinland-Pfalz in Formation auf den Ehrenfriedhof und salutierten, während eine Delegation beider Länder Blumengebinde vor dem Mahnmal niederlegte. "Wir hielten eine Zeit inne und gedachten der über 300 Todesopfer und der insgesamt bis zu 14 000 Insassen, darunter viele Luxemburger, unter dem nationalsozialistischen Regime, die zwischen 1939 und 1945 in Hinzert unter menschenunwürdigen Bedingungen leben und Zwangsarbeiten verrichten mussten", berichtete eine Polizeikommissaranwärterin.
Ziel des Tages war aber nicht nur das Gedenken an die Opfer selbst, sondern vielmehr das Auseinandersetzen mit dem Geschehenen und der aktive kulturelle Austausch mit den Kollegen aus dem Nachbarland. So wurden drei "gemischte" Gruppen gebildet, die von qualifiziertem Personal durch die sogenannten "Stätten der Unmenschlichkeit" geführt wurden. Seine Fortsetzung fand der Studientag in der Polizeischule in Luxemburg mit einem gemeinsamen Mittagessen, bevor über die Gemeinsamkeiten und Unterschiede beider Polizeien, insbesondere in Bezug auf die polizeiliche Ausbildung, diskutiert wurde. Sport, Spaß und Geselligkeit standen dann am Nachmittag im Mittelpunkt. Dafür bot ein Jachthafen an der Mosel vielfältige Möglichkeiten.
Polizeirat Thomas Wimmer dankte am Ende den Gastgebern und erinnerte an die Fehler und Geschehnisse der Kriegszeit, unterstrich aber zugleich auch die Wichtigkeit interkultureller Kommunikation zur Vermeidung von Vorurteilen. "Mit diesen Worten wurde ein großartiger Tag beendet, der allen Beteiligten, auf luxemburgischer und deutscher Seite, nicht nur vor Augen führte, wie man nicht miteinander umgehen sollte, sondern vor allem, wie man einen Schritt aufeinander zugeht", zieht ein Polizeikommissaranwärter sein Fazit. red