"Gemeinsam" gewinnt gegen "ich"

WALDRACH. (hwg) Tue Gutes und rede darüber – nach diesem Motto handelt die neue Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Ruwer, Claudia Allar. Die Diplom-Pädagogin arbeitet zu gleichen Teilen als Jugendpflegerin und Schulsozialarbeiterin. Diese Kombination kommt ihr sehr gelegen: Viele Kinder kennen sie bereits aus dem Schulalltag, das baut Berührungsängste ab.

Große Resonanz fand ihr Angebot, einen regelmäßigen Kinder- und Jugendtreff in Waldrach anzubieten: Von 60 angeschriebenen Kindern im Alter zwischen elf und 14 Jahren meldeten sich 16. "Das unterstreicht, wie groß der Bedarf ist, sich mit Gleichaltrigen zu treffen", sagt Claudia Allar. Sie kommen seit Ostern regelmäßig donnerstags zwischen 15.45 und 17.15 Uhr ins Bürger- und Gemeindehaus oberhalb der Regionalschule Waldrach. Weniger Erfolg hatte Allar bei den ebenfalls angeschriebenen 15- bis 18-Jährigen. Bisher meldete sich niemand auf die Einladung. Waldrachs Ortsbürgermeister Heinfried Carduck und Allar führen dies auf das intakte Vereinsleben in Waldrach mit dem großen Angebot gerade für ältere Jugendliche zurück. Die 470 Kinder und Jugendlichen in Waldrach sind statistisch alle mindestens in einem Waldracher Verein aktiv. Die gute Busanbindung ins Oberzentrum Trier sowie Jugendangebote im Umfeld, zum Beispiel das "TeensIn" in Mertesdorf, sprächen diese Altersgruppe vielleicht mehr an, als sich unter Aufsicht einmal wöchentlich 90 Minuten zu beschäftigen, meint Allar. Sie ist überzeugt, dass so eine gute Grundlage dafür geschaffen wird, damit die neue Generation in ein paar Jahren besser und verantwortlicher mit einem offenen Jugendtreff ohne ständige Aufsicht in Waldrach umgehen kann als in der Vergangenheit. Laut Ortsbürgermeister Carduck gab es im Jugendraum im ehemaligen Feuerwehrgerätehaus ein paar "unschöne Vorkommnisse", bis er schließlich den Schlüssel einzog und dem Treiben ein Ende setzte. Doch nun kommen die Elf- bis 14-Jährigen Waldrachs begeistert in ihren Raum im Gemeinde- und Bürgerhaus. Jüngst wurde diskutiert, wie die in kaltem Hellblau gestrichenen Wände wärmer und jugendgerecht gestaltet werden können. Auch mehrere Namen für die neue Kinder- und Jugendgruppe wurden schon diskutiert. Einer der Favoriten ist: Die Wilden Hühner. Aus pädagogischer Sicht freut sich Claudia Allar, dass in so kurzer Zeit ein neues Gruppenbewusstsein entstanden ist. "Gemeinsam" steht bei den fast in gleicher Stärke teilnehmenden Mädchen und Jungen im Vordergrund. Das reicht vom Spielen auf dem nahen Schulgelände über das Klettern an der Kletterwand an der Regionalschule bis zu Ausflügen. Dafür kann der Jugendbus der Verbandsgemeinde genutzt werden. Da Jugendpflegerin Allar allen Jugendangeboten in der Verbandsgemeinde Ruwer mit 20 Ortschaften und 15 Jugendräumen gerecht werden muss, kann sie die neue Kinder- und Jugendgruppe Waldrach nur begleiten, aber nicht auf Dauer leiten. Derzeit sucht sie mit dem Waldracher Ortsbürgermeister und ihrem Arbeitgeber, der Verbandsgemeinde Ruwer, nach geeigneten Erwachsenen, die Spaß und erste Erfahrung in der Kinder- und Jugendarbeit haben, und die "Wilden Hähne und Hühner" auf Dauer ehrenamtlich übernehmen möchten. "Ideal wären Pädagogik- oder Psychologiestudenten. Man könnte das dann auch mit einem praktischen Teil für die Diplomarbeit verbinden", sagt Jugendpflegerin Allar. Interessenten können sich mit Claudia Allar über die Handynummer 0171/5651443 in Verbindung setzen. Weitere Informationen im Amtsblatt oder unter www.ruwer.de.

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