Gemeinschaft nicht trennen!

Pfarreienreform

Zum Artikel "Keller Katholiken wollen nicht nach Saarburg" (TV-Ausgabe vom 26./27 August):

Vorab herzlichen Dank an unseren Pfarrgemeinderat in Kell am See für seine Bemühungen, sich für einen Anschluss unserer Kirchengemeinde an die vom Bistum geplante Großpfarrei Hermeskeil einzusetzen. Bei allem Verständnis für die Notwendigkeit, die "Pfareienlandschaft" neu zu organisieren, ist es mir unverständlich, dass man dabei auf die gewachsenen Strukturen der bisherigen Dekanate keine Rücksicht genommen hat. Unsere Pfarrei und die benachbarten Hochwaldpfarreien gehören seit jeher zum Dekanat Hermeskeil. Nach Saarburg, wo wir eingegliedert werden sollen, besteht kirchlicherseits keinerlei Beziehung.
Wie über die Planungen zu lesen war, hat man sich beim Zuschnitt der künftigen Großpfarreien an den Verbandsgemeindegrenzen orientiert. Dabei ist man offenbar schon davon ausgegangen, dass die VG Kell in Gänze an die Verbandsgemeinde Saarburg angeschlossen wird. Nun bestehen für das Zusammenbleiben der Verbandsgemeindeorte im Fall einer Fusion ganz andere Zwänge wirtschaftlicher, verkehrs- und versorgungstechnischer Art als im kirchlichen Bereich für das Zusammenbleiben der Pfarreiengemeinschaft Schillingen. Diese hat sich erst in den vergangenen Jahrzehnten durch den zunehmenden Priestermangel herausgebildet. Zuerst bestand fast 20 Jahre lang die Gemeinschaftspfarrei Kell mit Reinsfeld. Dann wurde diese an Schillingen mit Waldweiler/Mandern und einige Jahre später an den Raum Zerf angegliedert.
Bleibt es bei dem Entwurf, dann würde gerade die am längsten bestehende Gemeinschaft getrennt, weil Reinsfeld zu Hermeskeil gehören soll. Kell und Reinsfeld haben denselben Organisten und Chorleiter. Die Kirchenchöre proben gemeinsam und gestalten in beiden Kirchen die Gottesdienste mit.
Die weitere Zusammenarbeit wäre schon allein durch die unterschiedliche Gottesdienstplanung von Saarburg und Hermeskeil kaum mehr möglich.
Herbert Willems, Kell am See