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Genug Brennholz für alle Bürger

Genug Brennholz für alle Bürger

Die Einrichtung eines Nationalparks war in vielen direkt betroffenen Orten vor allem mit einer Sorge verbunden. Besonders im Bereich Züsch/Neuhütten/Damflos fürchteten Bürger, dass dann das Brennholz knapp wird. Diese Bedenken wurden aber ausgeräumt. 8000 Festmeter Holz stehen im und rund um den Nationalpark für die Versorgung bereit. Das Brennholzkonzept steht nun vor seiner Bewährungsprobe.

Neuhütten/Dhronecken. Ortsbürgermeister Peter Kretz sagt es offen: "Wenn dieses Problem nicht gelöst worden wäre, dann hätte ich die Sache des Nationalparks in Neuhütten schlecht vertreten können." Sein Kollege Joachim Wellenberg in Damflos fügt hinzu: "Die Frage, ob es auch künftig noch genug Brennholz gibt, war bei unseren Bürgern die Hauptsorge schlechthin." Für das Starterteam der Nationalparks, der an Pfingsten 2015 eröffnet wird - war daher die Erarbeitung eines Konzepts zur Brennholzversorgung der Anliegerorte eine wichtige Aufgabe.
Grundzüge des Brennholzkonzepts: In der Praxis wird das Brennholzkonzept bereits ab diesem Herbst umgesetzt. "Grundsätzlich gilt in der Nationalparkregion die gleiche Linie. Unterschiede gibt es im Detail", sagt Claus Andreas Lessander, Leiter des Starterteams. Wichtig war zunächst die Analyse der Ausgangslage in den Orten, die spezielle Lösungen erforderte. "In Muhl mussten wir uns ganz andere Gedanken machen als in Abentheuer", so Lessander. Muhl liegt wie eine Insel inmitten des Nationalparks. Um das benachbarte Abentheuer liegt hingegen viel Privatwald und auch noch Staatswald außerhalb des Parks. Lessander betont deshalb: "Die Muhler können ihren Bedarf aus der Pflegezone des Nationalparks abdecken." 25 Prozent des 10 000 Hektar großen Parks werden als Pflegezone deklariert. 75 Prozent werden später die strenger geschützte Naturzone sein. Rund um Muhl, aber auch im bei Damflos/Malborn werden Pflegezonen eingerichtet, aus denen die "lokale Bevölkerung ihr Holz herausholen kann", so Lessander.
Aufruf der Forstämter: Ansprechpartner für die Kunden bleiben wie gehabt die Forstämter. Sie kümmern sich um die ortsnahe Bereitstellung von Brennholz. Um sich einen Überblick über die Nachfrage zu verschaffen, ruft das Forstamt Dhronecken die Bürger dazu auf, ihren Bedarf an Brennholz anzumelden. Bis zum 31. Oktober können Bürger aus Malborn, Thalfang, Deuselbach und Hilscheid ihre Bestellzettel bei der Behörde abgeben. Beim Forstamt Hochwald wird es wie gehabt im Herbst eine Versteigerung mit Holz aus dem Nationalparkgebiet geben. Der genaue Termin steht noch nicht fest. Es werden dazu nur Bieter aus Damflos, Züsch, Neuhütten, Muhl und Malborn-Thiergarten zugelassen.
Bereitgestellte Menge: Insgesamt werden die Forstämter 8000 Festmeter Holz für die Anrainerorte zur Verfügung stellen. Davon kommen 2000 Festmeter aus der Pflegezone und 6000 Festmeter aus dem Staatswald direkt außerhalb des Parks. "Die 8000 Festmeter sind der Mittelwert, den wir aufgrund der Nachfrage in den zurückliegenden drei Jahren errechnet haben", so Lessander. Der Weg zum Brennholz soll kurz bleiben und eine halbe Fahrstunde mit dem Traktor - als Distanz wurden acht Kilometer festgelegt - nicht übersteigen.
Wichtigste Änderung: Neu ist, dass in der Pflegezone das Brennholz bis spätestens Ende März aus dem Wald abtransportiert werden soll. So werden die dort lebenden Tiere nicht in der Brutzeit gestört. Zudem sagt Lessander: "Die Touristen wollen ja einen Nationalpark und keinen Holzlagerplatz erleben."Extra

Der Preis für das Brennholz aus dem Staatswald bleibt im Vergleich zu 2013 stabil und beträgt 53 Euro pro Festmeter. Abgegeben wird das Holz in "Haushaltsportionen". Damit soll verhindert werden, dass das Brennholz in großem kommerziellen Stil weiterverkauft wird. Es werde aber darauf geachtet, dass der Bedarf der lokalen Händler gedeckt wird, die in den Orten andere Leute beliefern, die etwa aus Altersgründen nicht mehr selbst Brennholz machen können. Neuhüttens Ortschef Peter Kretz sagt: "Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Haushalte die entsprechende Menge an Brennholz bekommen und es in zumutbarer Entfernung bereitgestellt wird." Joachim Wellenberg aus Damflos betont: "Ich denke, es wird jeder genug Holz bekommen. Wir hoffen aber darauf, dass das Land sein Versprechen hält und die Preise nicht auf lange Sicht klettern." Umweltministerin Ulrike Höfken sagt: "Wir haben bei den Planungen von Anfang die Befürchtungen und Ängste der Menschen vor Ort sehr ernst genommen. Dies galt besonders auch für die Brennholzversorgung der Anrainer, die durch das Konzept verlässlich sichergestellt ist." ax