Genuss zwischen 200 000 Flaschen

Zehn Weingüter zwischen Konz-Filzen und Serrig haben am Wochenende zum Saar-Riesling-Sommer eingeladen. Zum Auftakt hat Peter Schmalen von der Schlemmereule in Trier im Kanzemer Weingut von Othegraven gekocht.

Günther Jauch ist nicht nur ein bekannter Fernsehmoderator, der sich am Freitagmorgen noch einen Eimer Eiswasser für einen guten Zweck über seinen Kopf gießen ließ (der TV berichtete). Er ist auch ein charmanter Gastgeber, der das von seiner Frau Thea und ihm vor vier Jahren übernommene Weingut von Othegraven in Kanzem liebt.
"Es macht mir eine gewisse Freude hier das Geld zu versenken, das ich vielleicht beim Fernsehen zu viel verdiene", verrät er den rund 100 Gästen bei der Eröffnungsgala des Saar-Riesling-Sommers. Zwischen 200 000 gefüllten Weinflaschen im neu gebauten Lager gibt es acht ausgewählte Weine und einen Sekt zum Essen. Nach Vitello Tonnato (pochiertes Kalbsfleisch mit Thunfischcrème und Kapernäpfeln), einem Limetten-Risotto mit Scampi, geschmorten Kalbsbäckchen und Möhren-Kartoffelgestampfe und Armen Rittern sowie Vanilleeis, lädt der Gastgeber zu einer kleinen Führung durch die Geschichte des Weinguts ein.Weinanbau seit 500 Jahren

Genuss zwischen 200 000 Flaschen


Seit rund 500 Jahren wird am rechten Saarufer bei Kanzem Wein angebaut. "Auf einem Stein, der beim Wiederaufbau des Weinguts 1954 mit eingebaut wurde, steht die Jahreszahl 1664. Er belegt, dass seitdem an dieser Stelle ein Gutshaus stand", sagt Jauch. Vor vier Jahren hat er das Weingut, Mitglied im Verband Deutscher Prädikats- und Qualitätsweingüter, mit dem er familiär verbunden ist, gekauft. "Als Kind war ich hier oft in den Ferien bei meiner Großmutter Maria von Othegraven. Aber was es heißt Winzer zu sein, wussten meine Frau und ich nicht, als wir das Weingut kauften", erzählt der Fernsehmoderator. "Uns war es wichtig, es in seiner Gesamtheit zu erhalten. Die Lage Kanzemer Altenberg ist eine der renommiertesten Lagen an der Saar und die Weine wurden schon vor 100 Jahren teuer gehandelt."
Auf eine ähnlich lange Tradition blicken viele Weingüter an der Saar zurück, die am Wochenende ihre Keller geöffnet und zur Weinprobe eingeladen hatten. Dazu zählt auch der Betrieb Reverchon in Konz-Filzen, den Hans Maret vor sieben Jahren gekauft hat. Derzeit werde das Gutshaus grundlegend renoviert, erzählt Ralph Herke, der Kellermeister des Weinguts. Kritik wird an den Busverbindungen laut. "Die im Programm angegebenen Zeiten stimmten zum Teil nicht", sagt Christine Geltz aus Saarburg. Das sei recht ärgerlich, weil man so nur einen Teil des Angebots wahrnehmen kann. "Das ist sicher ein Punkt, den wir noch besprechen werden", sagt Nadja Stöbe, Inhaberin der Agentur Herzblut Konzepte, die den Saar-Riesling-Sommer organisiert.