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Genussführer 2021 der Hunsrück-Marke ist da: Ebbes von Hei schmecken und erleben

Essen&Trinken : „Ebbes von Hei“ erleben und schmecken: Das bietet der Hunsrück-Genussführer 2021

Die Saar-Hunsrück-Marke präsentiert in ihrem neuen Genussführer 2021 mehr als 120 Betriebe, die komplett auf Regionalität setzen. Wie neue Märkte und Genusstouren deren Produkte noch bekannter machen sollen und warum die Initiative trotz Corona weiter gewachsen ist:

Wo werden im Hunsrück, im Hochwald und an der Saar Wurst, Käse oder Honig vor Ort erzeugt? Wo kann der Kunde diese Produkte kaufen und die Natur erleben, in der sie entstehen? Das zeigt die Regionalinitiative Ebbes von Hei in ihrem neuen Einkaufs- und Genussführer für 2021. Damit will sie den Produzenten die Chance geben, ihre Erzeugnisse noch bekannter zu machen.

Mehr Inhalt Die zweite Auflage nach 2020 ist 100 Seiten stark. Mit kurzen Porträts werden 148 Ebbes-von-Hei-Betriebe vorgestellt, darunter 122 Produzenten wie Bäcker, Metzger, Imker, Manufakturen, Viezhersteller, Winzer, Landwirte und Fischzüchter. Dazu kommen 20 Händler, die die regional erzeugten Lebensmittel vertreiben, und 16 Gastronomen, die sie verwenden. Die Akteure verteilen sich über ein Gebiet von Wincheringen und Saarlouis bis Traben-Trarbach und Idar-Oberstein.

Seit heute ist der Genussführer bei Betrieben und Touristinformationen erhältlich (siehe Info). Die Auflage wurde verdoppelt auf 20 000 Stück. Zum Inhalt gehören auch neue Angebote, die die touristische Vermarktung weiter ankurbeln sollen.

Neue Genusstouren Konzipiert wurden acht „Genusstouren“ in Kooperation mit einem saarländischen Reiseveranstalter (siehe Info). Die Teilnehmer reisen jeweils an Samstagen mit dem Bus zu Betrieben, dürfen dort bei der Herstellung der Lebensmittel zuschauen und sie probieren. Kombiniert werden die Besichtigungen mit Weinproben, Essen, Stadtrundgängen oder einer Wanderung im Nationalpark.

Am 15. Mai geht es nach einer Führung durch die Forellenzucht im Hunsrücker Trauntal weiter zur Weinprobe ins Ruwertal, danach zum Spaziergang am See in Kell und zum Ebbes-von-Hei-Gastronomen. Die Tour „Saargau/Viezstraße“ am 5. Juni verbindet die Besichtigung einer Käserei in Saarburg und des Hofguts Serrig mit einer Führung durch Saarburg, einem Essen in Trassem und einer Weinprobe in Konz-Ober­emmel. Stationen am 17. Juli sind das Geburtshaus von Regisseur Edgar Reitz in Morbach, eine Bio-Rinderzucht in Gräfendhron und ein Weingut in Leiwen.

Hinter den Touren steckt laut dem Ebbes-von-Hei-Vorsitzenden Ralf Becker die Idee der „gläsernen Manufaktur“, in der Gäste Produzenten über die Schultern schauen: „Die Region wird erlebbar. Auch für Einheimische, die Betriebe vor ihrer Haustür noch gar nicht kennen.“

Märkte Geplant sind 2021 zwölf Genussmärkte, teils neu, teils in etablierte Veranstaltungen wie den Thalfanger Handwerkermarkt (18. Juli), den Morbacher Bauernmarkt (26. September) und die kulinarischen Nachtmärkte in Saarburg (17. Juli/7. August) integriert. Premiere feiert der „Krompern-Moart“ in Kell am See (17. Oktober) im Bereich von Radweg, Touristinformation (TI) und Hotel zur Post. „Wir hatten ähnliche Events schon vor Jahren, das ist aber eingeschlafen“, sagt TI-Chefin Walburga Meyer. Nun wolle man den Markt mit „frischem Wind“ wieder erwecken. Erstmals in dem Heft beworben werden auch die Kulinarikaktionen von Gastronomen der Region – von Fischfestival (April) bis Wildwoche (November).

Entwicklung der Initiative Den Verein zur Regionalinitiative Ebbes von Hei gründeten Akteure aus dem Raum Morbach/Kell am See vor zehn Jahren. Inzwischen hat er laut Ralf Becker rund 220 Mitglieder. Mehr als 350 Produkte werden mit dem Regional-Label vermarktet – vom Reinsfelder Heubrot bis zum Birnensecco aus Freudenburg.

Etwa die Hälfte der Mitgliedsbetriebe liegt im Saarland, dort gab es zuletzt den größten Zuwachs, sagt Becker. Inzwischen seien vielerorts die Tourimus-Akteure überzeugt, dass die Marke ihnen bei der Vermarktung der Region helfe. Der Wunsch nach Regionalität und Nachhaltigkeit beim Verbraucher wachse – gerade in Corona-Zeiten. Ein Grund sei die wieder wichtiger werdende Klimaschutz-Debatte. In der Pandemie hätten aber auch manche lieber im kleinen Hofladen als im Supermarkt eingekauft. „Außerdem wollten die Leute ihre regionalen Erzeuger in der Krise unterstützen.“

Ebbes-von-Hei-Mitglied könne jeder werden, der den Regionalgedanken unterstütze, sagt Becker. Um die Marke nutzen zu dürfen, müssten Produzenten ein Pflichtenheft mit Qualitätskriterien unterschreiben. Gastronomen müssten mindestens drei Gerichte aus regionalen Zutaten und einige Getränke aus der Region anbieten: „Manche sind noch zurückhaltend wegen der Preise. Aber es steht ja ein Gedanke dahinter, für den der Gast auch mehr bezahlt.“

Das sagen Mitglieder „Wir haben alle dieselben Interessen: Regionalität, kurze Transportwege, Identifikation mit unserer Region“, sagt Christoph Halbe, beim Hofgut Serrig seit August verantwortlich für den Bereich Vermarktung. Das Hofgut, eine Einrichtung der Lebenshilfe-Werke Trier, ist schon länger bei Ebbes von Hei aktiv. 170 Menschen mit einer Behinderung produzieren dort hochwertige Lebensmittel. Im Hofladen gibt es Fleisch und Wurst von Tieren aus eigener Haltung und Schlachtung sowie Gemüse, Obst, Säfte und Viez aus eigenem Anbau.

Die Gemeinschaft mit anderen Direktvermarktern der Marke bringe den Betrieben „eine ganz andere Sichtbarkeit“, als sie jeder für sich erreichen könnte, findet Halbe. Dadurch seien regionale Produkte inzwischen auch bei Discountern angekommen. Die geplanten Märkte seien eine „Superbühne“, die Genusstouren, an denen sich das Hofgut beteiligt, ein willkommenes Schaufenster: „Man kennt uns zwar als Betrieb. Aber nur wenige wissen, was wir alles machen, wie unsere Tiere hier leben und dass alles ohne Zäune zugänglich ist.“

 Für hochwertige und regional erzeugte Lebensmittel macht sich die Regionalinitiative Ebbes von Hei seit zehn Jahren stark – hier Mitglieder an einem Verkaufsstand.
Für hochwertige und regional erzeugte Lebensmittel macht sich die Regionalinitiative Ebbes von Hei seit zehn Jahren stark – hier Mitglieder an einem Verkaufsstand. Foto: Klaus Marx

Die Fleischerei Schmitt in Mandern-Niederkell zählt zu den Gründungsmitgliedern bei Ebbes von Hei. „Wir stehen voll hinter dem Regionalkonzept“, sagt Thomas Schmitt. Das im Familienbetrieb verarbeitete Fleisch stammt von Rindern aus dem Hochwald und von Wild aus heimischen Wäldern. Schmitt lobt das gute Miteinander in der Initiative. Je mehr Werbung gemacht werde, desto mehr profitierten alle davon: „Wir hatten letztes Jahr sogar Gäste aus Berlin hier, die unsere Produkte jetzt dorthin tragen.“