Geradlinig und kostengünstig

FREUDENBURG. Die Grundkonzeption für das geplante Neubaugebiet "Burgbungert" segnete der Gemeinderat Freudenburg in seiner jüngsten Sitzung ab. Läuft alles nach Plan, könnte im Frühjahr kommenden Jahres Spatenstich sein.

Freudenburg soll wachsen. Nach dem bereits in Angriff genommenen Neubaugebiet "Steffensbungert" bekommt die Gemeinde auf dem Saargau ihr nächstes Neubaugebiet. Nachdem zunächst das Gebiet Junkerskreuz ausgeguckt worden war, hatte sich der Gemeinderat nach dem Rat von Experten schließlich dagegen entschieden. "Von seiner Süd-West-Lage her und der wunderschönen Aussicht auf die Burg wäre Junkerskreuz ideal gewesen", hatte Ortsbürgermeister Bernd Gödert im Februar erklärt. Vertreter von Fachbehörden hatten das Gelände jedoch bewertet und festgestellt, dass es von der Topographie her ungeeignet sei. Druckleitungen und eine Pump-Station hätten installiert werden müssen, um das Schmutzwasser ableiten zu können (TV vom 8. Februar). Bis zu 100 Baustellen können entstehen

So kam das Gebiet südlich des Gewerbegebietes am Sportplatz ins Spiel. Auf der etwa elf Hektar großen Fläche könnten je nach Planung rund 100 Baustellen entstehen. Ein Fachmann des Trierer Stadtplanung-Büros "Stolz & Kintzinger" stellte in der jüngsten Gemeinderats-Sitzung zwei Varianten für die Grundkonzeption des geplanten Gebietes vor. Die erste ähnelte dem Grundriss der Pläne für "Steffensbungert". Der Gemeinderat entschied sich jedoch einstimmig für die zweite Variante, "die geradlinigere und kostengünstigere", wie Ortsbürgermeister Gödert betonte. Geklärt wurde in der Sitzung auch die Frage der Zuwegung. Eine Möglichkeit wäre gewesen, den Verkehr durch das Wohngebiet über die Kolpingstraße zu führen. Einig wurden sich die Ratsherren und -frauen aber, eine Anbindung direkt an die L 133 zu schaffen. "Ob wir das dann über einen Kreisel lösen oder auf eine andere Art, müssen wir in einem späteren Schritt entscheiden", sagte Gödert. Die Grundstücke für die geplanten Bauplätze seien ausschließlich in Privatbesitz, informierte Gödert auf TV-Nachfrage. "Fast alle Eigentümer haben aber bereits ihre Zusage erteilt, die Flächen zu verkaufen. Problemfälle sind nicht dabei." 45 konkrete Anfragen nach Bauland habe er bislang erhalten. Etwa ein Drittel stamme aus Freudenburg, ein Drittel aus Luxemburg. "Wir sind ja aber noch gar nicht in die Werbung gegangen." Dass Freudenburg ein attraktives Pflaster für Familien ist, davon ist der Ortschef überzeugt: "In der jüngsten Vergangenheit haben wir sehr, sehr viel für die Familienfreundlichkeit getan. Die Grundschule ist erhalten geblieben, der Kindergarten zieht in den Ferien in neue Räume. Vom Burgbungert zu Kindergarten und Schule sind es gerade mal 100 Meter. Wir haben vier komplett neue Spielplätze, vier Bolzplätze. Das Angebot kann sich sehen lassen." Die nun anstehende Entwurfsplanung definiere genauer, wie das Neubaugebiet einmal aussehen wird. Fest stehe bislang nur, dass eineinhalbstöckig "mit gewisser Dachneigung" gebaut werde. Da das Gebiet noch nicht im Flächennutzungsplan enthalten sei, stehe noch die landesplanerische Stellungnahme der Kreisverwaltung aus. "Mit einem Ergebnis rechnen wir Anfang August", meinte Gödert. Auch ein anderes Gutachten muss die Gemeinde völlig unerwartet noch abwarten: Kurz vor der Sitzung hatte Gödert ein Schreiben eines Freudenburgers erhalten, der in dem geplanten Neubaugebiet Fledermäuse beobachtet haben will. Gödert: "Ob das nun unter diesem Aspekt ein schützenswertes Gebiet ist und die weitere Planung erschwert, prüft derzeit die Untere Landespflege-Behörde. Ansonsten träume ich immer noch von einem Spatenstich im Baugebiet im Frühjahr 2007."