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Gerangel um Vorsitz und freie Plätze

Gerangel um Vorsitz und freie Plätze

33 Köpfe sollen künftig über die Belange des neuen Nationalparks Hunsrück-Hochwald entscheiden. Heute konstituiert sich die Nationalparkversammlung in Birkenfeld. Ihr gehören Bürger, Politiker und kommunale Vertreter an.

Birkenfeld. Die breite Bürgerbeteiligung beim Aufbau des Nationalparks (NLP) Hunsrück-Hochwald wird von der Landesregierung immer wieder herausgestrichen. Das soll auch so bleiben, nachdem der Park installiert ist. Dazu wird eine Kommunale Nationalparkversammlung ins Leben gerufen, der 33 Vertreter - Politiker, kommunale Vertreter, aber auch ganz normale Bürger - angehören und die bei allen wichtigen Entscheidungen wie etwa dem Wegeplan mitentscheidet. Die konstituierende Sitzung findet am heutigen Mittwoch am Umwelt-Campus in Birkenfeld im Beisein der Umweltminister Ulrike Höfken (Rheinland-Pfalz) und Reinhold Jost (Saarland) statt, allerdings hinter verschlossenen Türen.Freundeskreis will Sitze Landrat Matthias Schneider erklärt das so: "Da gibt es im Vorfeld noch einiges abzusprechen. Ich gehe davon aus, dass am Mittwoch noch gar kein Vorsitzender gewählt und keine Geschäftsordnung verabschiedet werden kann." Schneider will kandidieren, "wenn das gewünscht wird - schließlich sind wir Leitlandkreis." Hinter den Kulissen gibt es ziemliches Gerangel. Nicht nur um die sechs Plätze, die "normalen" Bürgern zugestanden werden. Zwei davon hätte der Freundeskreis Nationalpark gerne. Bis gestern Abend hatte man aber noch keinerlei Signale erhalten: "Mit uns hat im Hinblick auf die konstituierende Nationalparkversammlung noch niemand gesprochen", berichtet Hans-Joachim Billert, der Vorsitzende der NLP-Förderer, die inzwischen auf mehr als 500 angewachsen sind. Der Freundeskreis hat vorsorglich bereits neun Kandidaten nominiert. Der Vorsitzende geht davon aus, dass die sechs Bürgerplätze bereits am Mittwoch vergeben werden.Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung steht auch die Verabschiedung einer Geschäftsordnung. Aber auch da gibt es Streit. Neben einem Entwurf des Ministeriums gibt es einen zweiten der Verbandsgemeinde Birkenfeld, deren Bürgermeister ebenfalls als Vorsitzender kandidieren will. Bernhard Alscher befürchtet eine zu starke Dominanz der Landräte und der Kreise, wie er gegenüber der NZ erläutert: "Der Nationalpark ist eine kommunale Angelegenheit. Die Landräte haben doch bereits sehr viele Aufsichtsratsposten." Es wird spannend an diesem Abend hinter verschlossenen Türen: Wenn Alscher kandidiere, werde er auch antreten, hat Herrsteins VG-Bürgermeister Uwe Weber angekündigt.Park-Amt schlägt Verteilung vor

Der Vorschlag des NLP-Amts für die Besetzung der Versammlung sieht - neben den sechs Bürgern - folgende Sitzverteilung vor: Der Landkreis Birkenfeld und die VG Birkenfeld als größte Anrainerkommune stellen je vier Mitglieder, die VG Herrstein drei, die Kreise Bernkastel-Wittlich, Trier-Saarburg und St. Wendel ebenso je zwei wie die Verbandsgemeinden Thalfang und Hermeskeil und die saarländischen Gemeinden Nohfelden und Nonnweiler. Hinzu kommen je ein Vertreter der Dörfer Börfink und Neuhütten, die im Schutzgebiet liegen.