Gerüsteklau im großen Stil

Bislang unbekannte Diebe haben zwischen dem 25. Oktober und dem 3. November an Baustellen in Wiltingen, Saarburg und Tawern Teile von Baugerüsten gestohlen. Die Polizei vermutet einen Zusammenhang zwischen den Taten.

Wiltingen/Tawern/Saarburg. Die Täter haben wahrscheinlich im Schutz der Nacht zugeschlagen. Mit einem Siebeneinhalb-Tonner oder einem größeren Lieferwagen sind sie vermutlich an die Tatorte in Wiltingen, Tawern und Saarburg herangefahren und haben die Gerüste abgebaut und umgeladen.

Vermutlich handelt es sich um dieselben Täter



"Das kann eine Tour gewesen sein", sagt Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion in Saarburg. Die Polizei könne aber nicht eindeutig sagen, ob es sich um eine Serie handelt. Die Taten beschränken sich auf die Bereiche der Polizeiinspektionen in Konz und Saarburg. In Nachbarinspektionen - zum Beispiel im Saarland - seien noch keine ähnlichen Taten angezeigt worden.

Der erste Vorfall wurde in Wiltingen registriert. Laut Polizei wurde dort zwischen dem 25. und dem 30. Oktober an einem Neubau ein verzinktes Stahlrohr-Gerüst einer Massivhaus-Baufirma abgebaut und gestohlen. Weil es sich um einen Neubau handelt, stand das Haus zum Tatzeitpunkt leer. Zeugen oder Hinweise auf die Täter gibt es dementsprechend noch nicht.

Am zweiten Tatort in Tawern ging es vermutlich schnell. In der Nacht zum 1. November entwendeten wahrscheinlich dieselben Täter Gerüstteile von dem LKW einer Maler- und Lackierfirma, der auf einem Parkplatz in der Ortsmitte abgestellt war.

Zum dritten Mal schlugen die Gerüstdiebe in der Nacht zum 3. November zu. Diesmal stahlen sie in der Bahnhofsstraße in Saarburg sechs neben einem Gebäude abgelegte Bühnenteile eines System-Gerüstes, die teilweise mit Leiterdurchstieg ausgestattet sind. Das Besondere an diesen Gerüstteilen ist, dass sie mit einer Schlagmarkierung (UMZ) des Eigentümers gekennzeichnet sind. Der Gesamtschaden beläuft sich zwischenzeitlich auf 5300 Euro.

Das Motiv der Täter ist noch nicht geklärt. Laut Markus Kohl von der PI in Saarburg könnte es sich um eine neue Form von Metalldiebstahl handeln. In den vergangenen Jahren sind die Preise an den Rohstoff- und Recycling-Märkten beständig gestiegen. Das hat organisierte Banden auf den Plan gerufen, die im großen Stil Metall gestohlen und verkauft haben (siehe Extra mit spektakulären Fällen in der Region).

Polizei: Taten können sich tagsüber abgespielt haben



Wahrscheinlicher ist laut Polizei aber eine näherliegende Erklärung: "Es sieht eher danach aus, als wolle sich da jemand ein Gerüst zusammenklauen", sagt Polizeisprecher Karl-Peter Jochem. Er schließt nicht aus, dass sich die Taten tagsüber abgespielt haben. Es könne sein, dass jemand die Täter beim Abbauen der Gerüste beobachtet habe, ohne zunächst stutzig geworden zu sein. Er bittet eventuelle Zeugen darum, sich bei der Polizei zu melden.

Hinweise nehmen die Polizeiinspektionen in Saarburg, Telefon 06581/9155-0, und in Konz, Telefon 06501/9268-0, entgegen. Extra Metalldiebstahl in der Region: Immer wieder berichtet die Polizei von teilweise spektakulären Diebstählen - eine Auswahl: 2007: Der Schaden durch Metalldiebstahl beläuft sich im Bereich des Polizeipräsidiums Trier auf 275 000 Euro. 2008: An der Bahnstrecke der Vulkaneifelbahn zwischen Gerolstein (Vulkaneifelkreis) und Ulmen werden rund 80 Kilometer Telefonleitungen gestohlen. 2008: Bei Alsdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) werden einer Baufirma 40 Tonnen Stahlspunddielen im Wert von 50 000 Euro gestohlen. 2010: 90 Meter Kupferkabel werden auf einer Baustelle bei Trier gestohlen und vermutlich mit einem LKW oder Transporter abtransportiert. Laut Polizeipräsidium Trier sind die Metalldiebstähle in letzter Zeit aber wieder rückläufig. (jka)

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