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Geschichte über das Leben und die Moselschifffahrt

Geschichte über das Leben und die Moselschifffahrt

Bei einer Autorenlesung im Haus der Begegnung in Wasserliesch haben die Besucher einen Einblick in das Leben an der Mosel vor 150 Jahren erhalten. Autor Ferdinand Hein hat die Novelle "Hans und Heinz Kirch" von Theodor Storm adaptiert und zu einer Geschichte über einen Moselschiffer aus Wasserliesch und dessen Sohn umgeschrieben.

Wasserliesch. Die Novelle handelt von dem Schiffer Nick Faas aus Wasserliesch, der mit seinem Moselfrachtschiff ein ansehnliches Vermögen gemacht hat. Sohn Josef soll nach dem Willen des strengen Vaters eine Schifferlehre machen. Er widersetzt sich, tritt aber die verlangte weite Seereise an. Als Nick erfährt, dass Josef den letzten Abend vor der Abreise mit seiner Geliebten, der Tochter einer Waschfrau, verbracht hat, macht er ihm in einem Brief schwere Vorwürfe.
Josef ist inzwischen auf die schiefe Bahn geraten und bricht den Kontakt ab. Als er Jahre später nach Hause kommt, äußerlich stark verändert, machen böse Gerüchte im Ort die Runde. Ist der Zurückgekehrte wirklich der Sohn oder nur ein Erbschleicher, der Nicks Vermögen haben will?
"Die Geschichte spielt vor etwa 150 Jahren", erzählt Autor Ferdinand Hein. Angesiedelt ist sie in Wasserliesch und Umgebung, auch wenn in der Geschichte bis auf Trier keine Ortsnamen erwähnt werden. "Einheimische werden anhand der Beschreibung beim Lesen aber schnell die Örtlichkeiten erkennen", verrät Hein. Als Vorlage diente die Novelle "Hans und Heinz Kirch" von Theodor Storm. "Die Originalgeschichte spielt an der Ostsee, in Heiligenhafen. Meine Frau stammt von dort. Dort gibt es eine Lagune, wo es so aussieht, als ob man an einem Fluss steht", erzählt der Wasserliescher, den zugleich auch die Geschichte der Moselschifffahrt und das Leben der Schifferfamilien fasziniert. "Ich weiß noch, dass in meiner Schulzeit die Kinder der Moselschiffer nur in die Volksschule kamen, wenn das Schiff hier angelegt hat", erinnert er sich.
So kam ihm die Idee, die Geschichte an die Mosel zu verlegen. Eine Besonderheit ist auch, dass die Dialoge in Wasserliescher Mundart geschrieben sind und einige der Figuren historische Vorbilder haben. Der Titel "Was mein ist, ist dein" stammt aus dem Gleichnis vom verlorenen Sohn in der Bibel. Auch zum Wasserliescher Fährmann, dessen Foto auf der Vorderseite des Buches zu sehen ist, hat Hein eine Geschichte zu erzählen. "Ich habe ihn noch persönlich kennengelernt. Es gab eine Verbindung von Wasserliesch nach Igel. Damals sind die Leute mit der Fähre auf den Igeler Markt gefahren. Da nicht alle in der Fähre Platz fanden, wurden sie mit dem Pont, mit dem normalerweise Fahrzeuge transportiert werden, übergesetzt."
Den rund 30 Zuhörern in Wasserliesch gefällt das Buch: "Besonders der Bezug zur Mosel gefällt mir, und die Schiffergeschichte ist spannend", sagt Michael Zimmer aus Oberbillig. Organisiert wurde die Lesung von der Gemeindebegegnung Saar-Mosel, einer Außenstelle der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Trier. mwi
Extra

Ferdinand Hein ist 80 Jahre alt, verheiratet und hat drei erwachsene Kinder. Er lebt in Wasserliesch. Der ehemalige Bahnbeamte hat mehrere Fachbücher über seine Arbeit im Stellwerk geschrieben. "Was mein ist, ist dein" ist sein erster Roman. Das Buch, das er auf eigene Kosten verlegt hat, ist zum Preis von 9 Euro direkt beim Autor erhältlich (E-Mail: GFHein1113@freenet.de ). Es wird auch bei der Kunst- und Hobbyausstellung (11. bis 13. November) in Wasserliesch angeboten. mwi