Gespräche, Beratung und Hilfe bei der Integration

Gespräche, Beratung und Hilfe bei der Integration

Einheimische, Flüchtlinge und ehrenamtliche Helfer haben sich im Zerfer Pfarrheim zu einem Kennenlerntag getroffen. Zu dem Treffen kamen nicht nur Migranten, die in Zerf leben, sondern auch Flüchtlinge aus anderen Orten der Verbandsgemeinde Kell.

Zerf. Bei Kaffee und Kuchen hatten Flüchtlinge, Ehrenamtliche und Einheimische Gelegenheit, sich im Zerfer Pfarrheim auszutauschen und miteinander einen gemeinsamen Nachmittag zu verbringen. Nach Auskunft der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, die für die Zuweisung von Flüchtlingen zuständig ist, leben aktuell 40 Asylbewerber in der Verbandsgemeinde Kell. Sie verteilen sich auf die vier Orte Lampaden, Waldweiler, Zerf und Greimerath.
Detlef Willems vom Arbeitskreis Netzwerk Flüchtlinge und Migration begrüßte Flüchtlinge, Einheimische und die ehrenamtlichen Helfer des Netzwerks. "Es geht einfach nur darum, gemeinsam hier zu sein und uns gegenseitig näher kennenzulernen", sagte er in seiner Begrüßungsrede.
Mano Alou kommt aus Syrien und ist bereits 14 Monate hier. Er floh mit seinem Bruder, als die Terrormiliz des Islamischen Staates (IS) sein Dorf stürmte. "Er hat in zwei Monaten Deutsch gelernt und geht derzeit dreimal in der Woche zum Deutschunterricht", sagt Christel Marx aus Greimerath. In der Woche arbeitet er für die Gemeinde Greimerath, gemeinsam mit dem Gemeindearbeiter. "Ich fühle mich hier sehr gut aufgehoben, alle kümmern sich um mich, das Dorf ist meine Familie", sagt Alou.
Zlatko Mamitovic ist Serbe. Zusammen mit seiner Ehefrau und den Kindern (9, 10, und 11 Jahre) lebt er in Zerf in einer Wohnung mit zwei Zimmern und einer Küche. Auch eine weitere dreiköpfige Familie, die im Dachgeschoss desselben Haues wohnt, hält sich derzeit bei den Mamitovics auf. Diese Gastfamilie beklagt die hygienischen Zustände in der ihnen zugewiesenen Wohnung. Detlef Willems sieht in diesem Fall Handlungsbedarf. "Wir müssen helfen, beiden Familien eine andere Unterkunft zu besorgen. Die derzeitige ist unzumutbar. Hier ist die Verbandsgemeinde Kell am See gefordert, nach Möglichkeiten zu suchen."
Thomas Kopp ist einer der ehrenamtlichen Helfer. Er sieht das Netzwerk als eine sehr wichtige Institution an. "Bis zur Gründung des Netzwerks hatten wir keinen Kontakt zu den Flüchtlingen. Heute haben wir Gesichter vor uns und Geschichten, Menschen, die vieles durchgemacht haben. Wir helfen ihnen bei der Inte-gration, beraten und unterstützen sie. Der heutige Kennenlerntag ist sehr wichtig. Man redet miteinander und fühlt sich wohl. Das genau wollen wir."
Ob die Arbeit des Netzwerks schwieriger wird, wenn demnächst 70 Flüchtlinge nach Kell am See kommen? "Wir werden dann genau das Gleiche tun, aber direkt von Beginn an. Die Menschen müssen sofort merken, dass sie ein Teil unserer Öffentlichkeit sind. Nur dann wird es ein Zusammenleben geben, wie wir alle es uns wünschen." An dieser Stelle appelliert Kopp an die Bevölkerung, dass sich weitere ehrenamtliche Helfer zur Verfügung stellen. "Sonst wird es schwer für uns, diese Arbeit zu bewältigen." hm

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