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Gewerbeverband setzt auf ein Spitzen-Trio

Gewerbeverband setzt auf ein Spitzen-Trio

Ein Rechtsanwalt, der Besitzer eines Schuhgeschäfts und der Chef einer Haustechnikfirma stehen künftig an der Spitze des Hochwald-Gewerbeverbands (HGV). Die Mitglieder haben am Donnerstagabend Christian Kruchten, Dieter Nels und Markus Weicherding zu gleichberechtigten Nachfolgern des bisherigen Vorsitzenden Günter Weber bestimmt. Der erste Versuch der Vorstandswahl war Anfang Oktober noch gescheitert.

Hermeskeil. Wo genau fünf Wochen vorher noch tiefe Ratlosigkeit herrschte, gab es dieses Mal nur zufriedene Gesichter. Die Mitglieder des HGV hatten sich am Donnerstagabend zu einer außerordentlichen Versammlung im Hermeskeiler Mehrgenerationenhaus getroffen. Der Grund: An selber Stelle war es am 2. Oktober nicht gelungen, einen neuen Vorstand zu wählen. Denn es fand sich damals in den Reihen der Hermeskeiler Händlerschaft niemand, der den bisherigen Vorsitzenden Günter Weber beerben wollte. Der Banker hatte bereits zuvor angekündigt, dass er diesen Posten nach vier Jahren abgeben will.Bisheriger Vorsitzender geht

Weil noch kein Nachfolger da war, blieb Weber aber noch etwas länger im Amt. Und er zerstreute schon gleich zu Beginn des zweiten Treffens alle Befürchtungen: "Wir waren in der Zwischenzeit tätig und sind guter Dinge, dass wir Ihnen eine neue Spitze präsentieren können", sagte Weber zu den etwa 30 HGV-Mitgliedern.Damit einher geht aber eine auffällige Veränderung. Beim Verband, der die Interessen von insgesamt rund 120 Mitgliedsbetrieben aus Hermeskeil und Umgebung vertritt, hat der alleinige Vorsitzende künftig ausgedient. Stattdessen haben sich drei Mann bereiterklärt, als gleichberechtigte Sprecher den HGV zu repräsentieren. Es sind der 40 Jahre alte Rechtsanwalt Christian Kruchten, der 46-jährige Dieter Nels, der Inhaber eines Schuhgeschäfts in der Fußgängerzone ist, sowie der 36 Jahre alte Markus Weicherding, der Chef einer Hermeskeiler Haustechnikfirma ist.Alle drei sind schon lange im HGV aktiv. Weicherding war vorher Webers Stellvertreter. Kruchten und Nels hatten Anfang Oktober noch abgewinkt, als sie für das Amt des alleinigen HGV-Chefs vorgeschlagen wurden.In der neuen Konstellation, die die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt, wollen Kruchten, Nels und Weicherding aber als Führungstrio Verantwortung übernehmen. "Wir wollen Hermeskeil voranbringen. Es wäre schade, wenn der Verband nicht mehr weiterexistieren würde", betonte Weicherding. Denn ohne Vorstand hätte sich der HGV auflösen müssen. Das stellte auch Kruchten klar: "Die Alternative kann ja nicht sein, dass wir den HGV sterben lassen. Es hängt ja auch eine Arbeitsstelle dran." Gemeint war damit die Marketing-Assistentin Stefanie Schömer, die im laufenden Geschäft Ansprechpartnerin für die Betriebe ist und die großen HGV-Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt organisiert.Einstimmiges Votum

Mit Blick auf die Situation des Handels in Hermeskeil sagte Kruchten: "Dass wir Probleme haben, ist zwar klar. Wir sehen das aber als Herausforderung an." Dieter Nels teilte diesen Standpunkt: "Ich sitze mit meinem Geschäft mitten in der Stadt und merke schon, dass es immer schwieriger wird." Er wolle sich aber auch gerade deshalb mehr im HGV einbringen, "weil sonst ja oft gesagt wird, es macht hier in Hermeskeil keiner was", so Nels.Die Wahl des Führungstrios war kurz darauf nur noch reine Formsache: Alle anwesenden HGV-Mitglieder sprachen Kruchten, Nels und Weicherding das Vertrauen aus. Auch die übrigen Positionen im Vorstand wurden einstimmig neu besetzt.Für Stadtbürgermeister Mathias Queck ist es "erfreulich", dass der HGV einen neuen Vorstand gefunden hat. Denn auch im Hinblick auf die Entwicklung von Wirtschaft und Handel stehen laut Queck "wichtige Themen an. Es muss in Hermeskeil weitergehen, und es darf kein Stillstand eintreten", sagte der CDU-Politiker, der wegen seines Notariats selbst zahlendes HGV-Mitglied ist.Meinung

Fatales Signal verhindertDie Erleichterung aller Beteiligten war deutlich spürbar - und das aus gutem Grund: Es wäre ein fatales Signal gewesen, wenn sich der HGV mangels eines funktionierenden Vorstands hätte auflösen müssen. Das wäre für den Ruf der Einkaufsstadt Hermeskeil, wo insbesondere der Einzelhandel im Zentrum schon seit Jahren einen sehr schweren Stand hat, einem Offenbarungseid gleichgekommen. Es wäre auch deshalb bitter gewesen, weil es in der Amtszeit von Günter Weber viele positive Entwicklungen im HGV gab. Es ist ihm gelungen, das vorher stark angespannte Klima zwischen HGV und Stadt wieder völlig zu normalisieren. Mit dem Umzug des Weihnachtsmarkts von der Fußgängerzone in den Park hat der Verband eine goldrichtige Entscheidung getroffen. Und obwohl es natürlich nach wie vor in der Innenstadt viele verwaiste Geschäftsräume gibt, so sind dort doch in den vergangenen Monaten einige Leerstände durch neu eröffnete Läden verschwunden. Ob sich das künftige HGV-Konstrukt mit einem gleichberechtigten Triumvirat an der Spitze bewährt, muss die Zukunft weisen. Ein Nachteil könnten längere Entscheidungswege sein. Ein Vorteil ist hingegen, dass mit Nels, Weicherding und Kruchten ein Einzelhändler, ein Handwerker und ein Dienstleister im geschäftsführenden Vorstand dabei sind. Damit sind die drei starken Branchen, aus denen sich die HGV-Mitgliedsbetriebe hautsächlich rekrutieren, gleichrangig vertreten. a.munsteiner@volksfreund.deExtra

Drei Sprecher: Christian Kruchten, Dieter Nels und Markus Weicherding. Kassenführerin: Renate Keßler. Schriftführerin: Barbara Mittmann. Abteilung Einzelhandel: Gabi Theis. Abteilung Handwerk: Eugen Müller. Abteilung Dienstleistung: Frederik Trösch. Abteilung Gastronomie: Sabine Diel. Abteilung Gesundheit: Sebastian Schneider. Abteilung Industrie: Stefan Schmitz. Abteilung Marketing: Andrea Fischer. ax