Glaube im Alltag

Meinung Was braucht es zum Leben? Herbstferien - Montagmorgen: Eine Gruppe von 13 Jugendlichen und zwei Erwachsene schwingen sich in Hermeskeil aufs Fahrrad und fahren nach Trier. Die Gruppe wird mehrere Tage mit dem Fahrrad in Gottes schöner Schöpfung unterwegs sein und an jedem Abend in einem anderen Ort schlafen.

Den Regenschutz im Gepäck, etwas Geld für Essen in der Tasche - Radfahren macht hungrig. Es wäre ja mal ein Experiment gewesen, so ganz ohne Geld und Vorplanung loszufahren, nicht zu wissen, wo man am Abend übernachtet - im Vertrauen darauf, dass sich Gott um jeden Menschen kümmert und er uns Menschen begegnen lässt, die es gut mit uns meinen. Aber so flexibel und im "Ungewissen" wollte die Gruppe doch nicht losfahren. In vier Pfarrheimen hatten wir angefragt, und wir konnten dort Gastfreundschaft genießen. Es stimmt mich nachdenklich, wenn wir so eine Woche gemeinsam mit dem Fahrrad unterwegs sind. Nicht zu viel Gepäck - meine Güte, was haben wir zu Hause alles für einen Luxus, unnötiges Zeug, Ballast, den man nicht wirklich braucht! Gemeinsam mit den Jugendlichen stellten wir die Frage: "Was ist wirklich nötig im Leben?" Der 15-jährige Johannes Clemens aus Gusenburg meint: "Eigentlich brauche ich gar nicht so viel zum Leben. Ein Dach überm Kopf, was zu Essen ... Freunde sind mir sehr wichtig, dass sie immer hinter mir stehen, egal wie es mir geht oder was ich gemacht habe. Ich brauche meine eigenen Freiräume; mal einen Ort, an den ich mich zurückziehen kann." Eine wichtige und treffende Aussage: Vielleicht sind wir Menschen in unserer Zeit zu oft "außerhalb von uns". Aber der Ort, wo ich ganz "bei mir" sein darf, er ist ungeheuer wichtig. Und ihn gilt es immer wieder zu suchen und zu finden; denn dann darf ich heimkommen zu mir selbst. Das wünsche ich Ihnen von Herzen. Rüdiger Glaub-Engelskirchen Gemeindereferent, Hermeskeil