Glaube im Alltag

Meldungen aus der vergangenen Woche: Jakub Blaszczykowski, polnischer Fußballspieler, schickt nach jedem Tor Grüße zum Himmel, zu seiner Mutter. Sein Vater hatte sie vor seinen Augen umgebracht; da war Jakub zehn Jahre alt.

15 Jahre musste der Vater ins Gefängnis. Den Kontakt zu ihm hat Jakub abgebrochen, zu dessen Beerdigung ist er aber gegangen. "Das hätte Jesus auch gemacht". Der Sohn hat Frieden geschlossen mit seinem Schicksal, er kann damit leben. Familie Brieger kann keinen Frieden finden. Der mutmaßliche Täter musste freigesprochen werden; Mord an Lolita war ihm nicht nachzuweisen, und Totschlag ist verjährt. Familie Gräff wartet weiter auf eine Nachricht von ihrer seit fünf Jahren verschwundenen Tochter Tanja. Oder Syrien: Unermessliches Leid macht auch vor Kindern nicht halt ... Die Bilder und Nachrichten sind kaum auszuhalten. Frieden finden - wie denn? "Selig sind die, die hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit; denn sie werden satt werden." - Ist das billiger Trost oder was fangen wir mit einem solchen Wort aus der Bergpredigt an? Für leere Vertröstungen ist Jesus nicht bekannt. Er hat die Botschaft vom Reich Gottes konsequent gelebt bis zum Tod. "Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit": Das ist eine Zusage. Gerechtigkeit werden die erfahren, denen jetzt Unrecht geschieht; ins Recht gesetzt werden die, die trotz rechtsstaatlicher Grundsätze jetzt keine Gerechtigkeit finden. Das ist kein Vertrösten, das ist Trost. Es fordert uns auf, jederzeit für Gerechtigkeit einzustehen - wobei wir wissen: Eine letzte Gerechtigkeit wird es nur bei Gott geben. Michaela Tholl ist Gemeindereferentin in der Kirchengemeinde Heilige Edith Stein in Trier.

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