Glaube im alltag

Meinung Abschied und Neuanfang Die Ferien sind zu Ende, es heißt Abschied zu nehmen von der Ausnahmesituation der Ferien oder des Urlaubs und sich wieder dem Alltag auf der Arbeitsstelle oder in der Schule zuzuwenden. Abschied bedeutet auch, Vertrautes hinter sich zu lassen, sich neuen Aufgaben zu widmen und sich neuen Herausforderungen zu stellen.

Im Bereich der Schule gehen Kinder und Jugendliche in eine neue Klasse und müssen sich an neue Lehrkräfte, Mitschüler und neuen Lehrstoff gewöhnen. Bei den einen wird das Gefühl der Unsicherheit überwiegen, bei anderen die Neugier auf das was kommt, vorherrschen. Für mich persönlich hat Abschied eine in zweifacher Weise konkrete Bedeutung bekommen: Erstens: Meine Mutter, die ich acht Jahre begleitet habe, ist verstorben. Dieser Abschied hat mich mit dem Gefühl tiefer Dankbarkeit erfüllt, gepaart mit der Gewissheit, dass es ihr jetzt gutgeht. Zweitens: Dem Antrag auf Beurlaubung für ein Jahr aus persönlichen Gründen wurde stattgegeben. Das heißt, dass ich nach sieben Jahren als Pfarrerin die Evangelische Kirchengemeinde Saarburg verlasse. Wie werde ich zurechtkommen, ohne die vertraute Arbeit und ohne Besoldung? Wird es mir gelingen, die Zeit zu meiner Zufriedenheit zu nutzen? Vertrautes aufgeben und sich auf Neues einzulassen verhalten sich wie zwei Seiten einer Medaille. Trauer und Hoffnung ebenso. In der Rückbindung an Gott finde ich Trost, Hilfe und Zuversicht. "Siehe, ich mache alles neu." Das ist für mich kein frommes Programm, sondern Erfahrung. Wenn ich wage, Neues anzufangen im festen Vertrauen auf Gottes Mitgehen, dann erkenne ich Gottes Hilfe in meinem Leben. Dann kann ich strahlen wie die Kinder beim Segen anlässlich ihrer Einschulung. Pfarrerin Elke Füllmann-Ostertag, Saarburg

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