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"Glückwunsch zur tollen Mannschaft"

"Glückwunsch zur tollen Mannschaft"

Woran könnte man erkennen, dass ein Verein mit seinem Aushängeschild - der Ersten Mannschaft - auf dem richtigen Weg ist? Vielleicht auch an einer Randnotiz, wie der Konzer Trainer Wolfgang Hoor am späten Mittwochabend beim Siegesbier im Vereinsheim berichtete, nachdem der Bezirksligist SV Konz im Pokal-Fight die in der höheren Rheinlandliga spielende SG Laufeld nach einem aussichtslos erscheinenden 0:3-Rückstand mit 4:3 in der Verlängerung niedergerungen hat.

Genauer gesagt, handelte es sich um eine SMS eines Laufelder Spielers, der vor ein paar Jahren mit Trainer Hoor beim SV Klausen in die Oberliga auf- und dann leider auch wieder schnell abgestiegen ist. Nicht zum Sieg gratulierte der Laufelder Spieler seinem ehemaligen Coach, sondern zu der "tollen Mannschaft". Ein Kompliment, aus dem Hoor mit berechtigtem Stolz auf seine Arbeit beim SV Konz kein Geheimnis gemacht hat. Mittelfeldspieler Stephan Schwarz ist ganz sicher kein introvertierter Typ. Im Gegenteil. Schon eher kennt ihn die Mannschaft als Stimmungsmacher, als einen, der sich nach siegreichen Spielen gerne den weiß-blauen Fan-Schal umlegt und als Chorleiter seine Kameraden zum Gesang auffordert. Aber am späten Mittwochabend nach 120 kraftraubenden Minuten im Spiel gegen die SG Laufeld sitzt er am Tisch und spricht kaum ein Wort. Die Erklärung für "Blackys" Schweigsamkeit ist einfach: Er ist platt, ausgelaugt. Hat alles gegeben - wie seine Mitspieler in toto auch, angeführt vom unermütlichen Kapitän Marco Weires. Woran könnte man noch erkennen, dass eine Mannschaft auf dem richtigen Weg ist? Kurt Horn, Fußballer bei den Alten Herren, ist begeistert. Und er hat festgestellt: Die Zuschauer kommen wieder gerne auf den Sportplatz, um eine Konzer Mannschaft zu sehen, die sich fast ausschließlich aus so genannten Eigengewächsen zusammenstellt, aus Spielern, die ob ihrer Jugend schon mal als "Kindergarten" tituliert werden und bis auf wenige Ausnahmen samt und sonders in Konz das Fußball spielen gelernt haben. Es gibt keinen Ersatz für Erfolg (okay, drei Euro ins Phrasenschwein). Und wenn er sich wie beim SV Konz einstellt (seit zwölf Spielen ungeschlagen, davon zehn Siege und zwei Remis), dann ist die Stimmung bestens - unter Zuschauern, Trainern und Spielern. Wie meinte AH-ler Horn fast schon euphorisch: "Es macht einfach Spaß, die ,Erste' zu gucken." Das dürften - die Hochrechnung sei gestattet - bis auf die rund 20 Anhänger der SG Laufeld die geschätzten 180 Konzer Fans am Mittwochabend genauso empfunden haben. SPORT S. 18Andreas Jacob