Goldener Oktobertag, glänzender Besuch
Hermeskeil · Wenn in Hermeskeil Bauernmarkt ist, spielt das Wetter meistens mit und es herrscht Hochbetrieb in der Stadt: Auf diese Formel war auch am gestrigen Sonntag wieder Verlass. Die Veranstalter schätzen, dass sich über 8000 Besucher an den Ständen der 110 Aussteller umgeschaut haben und auf Einkaufstour in den offenen Geschäften gegangen sind.
Hermeskeil. Für Alois Birnfeld lief es nicht ganz nach Wunsch: "Heute ist es zu warm. Einmal war ich hier, als es gefroren hatte. Da liefen die Geschäfte besser." Es muss an dieser Stelle aber hinzugefügt werden, dass der Mann aus der Eifel an seinem Stand warme Lammfelle und dicke Pantoffeln verkaufte. Ansonsten gab es beim 23. Hermeskeiler Bauern- und Handwerkermarkt unter den Ausstellern und Besuchern aber kaum noch einen, der wegen des Wetters geklagt hätte.
Im Gegenteil: Nach einer völlig verregneten Woche zeigte sich gestern wieder die Sonne über der Hochwaldstadt. Die wichtigste Bedingung für einen Markt mit vielen Schaulustigen war damit bereits vorab erfüllt.
Neuer Markt als Mittelpunkt
Bereits um die Mittagszeit herrschte reger Betrieb in der Fußgängerzone, der Kunickerstraße sowie auf dem Platz am Neuen Markt, wo sich das Gros der insgesamt 110 Aussteller postiert hatte. Nachdem ab 13 Uhr auch die Geschäfte in der Innenstadt öffneten, verstärkte sich dieser Andrang am frühen Nachmittag sogar noch einmal merklich.
Anders als beim Martinusmarkt Anfang November, der von fliegenden Händlern mit industriell hergestellten Sachen geprägt wird, ist es schon lange das Kennzeichen des Bauernmarkts, dass die Akteure dort zumeist selbst erzeugte Waren und Lebensmittel anbieten. Fast alle Anbieter kommen auch aus der Region. Die Produktpalette reichte gestern von Vogelhäusern über Holzspielsachen bis hin zu Töpfereiartikeln oder Sandsteinfiguren, was aber nur eine unvollständige Auflistung ist. An einigen Ständen konnten die Besucher sogar Handwerker bei der Arbeit erleben - etwa Korbflechter Wolfgang Gladziewski oder Jasmin Schmitt, die die Kunst des Drechselns demonstrierte.
Wie es ich für einen Bauermarkt gehört, wurde das Geschehen mit einem Großaufgebot an kulinarischen Spezialitäten aus heimischen Landen garniert.
Für die meisten Besucher hatte sich der Sonntagsausflug nach Hermeskeil gelohnt. So lautete das Urteil von Patrick Eiden aus Würzburg: "Hier gibt es eine schöne Mischung an Angeboten, und die Veranstaltung ist ganz offensichtlich ein Anziehungspunkt." Gunhild Buchen aus Wittlich sah das ähnlich: "Ich bin positiv überrascht von der Vielfalt an Sachen. Hier könnte man im Prinzip schon alle Weihnachtsgeschenke kaufen." Nicht so weit war die Anreise von Shirley Endres. Doch auch von der Schillingerin gab es viel Lob: "Wir kommen gerne hierher. Auf dem Markt gibt es viele handgemachte Sachen. Die sind zwar manchmal etwas hochpreisiger. Das hat aber auch seine Berechtigung."
Das Fazit von Aussteller Bruno Fritz lautete: "Wir sind seit zehn Jahren dabei und auch diesmal wieder zufrieden." Am Stand des Kaierslauterners gab es Dekoartikel aus Holz. Roland Weichenhain aus Zerf verkaufte Schnaps und ist ebenfalls ein Stammgast unter den Ausstellern. Er brachte es so auf den Punkt: "Das ist der Markt in Hermeskeil, bei dem immer richtig was los ist und auch das Wetter meistens mitspielt."
Am Ende des Tages hatte vor allem Claudia Fuchs gute Laune. "Es ist fantastisch gelaufen, und es gab nur positive Resonanzen", betonte die Chefin der Tourist-Info, die den von der Stadt veranstalteten Markt federführend organisiert. Zur geschätzten Besucherzahl sagte Fuchs: "8000 sind sicher keine Übertreibung." Auch aus Sicht der Geschäftsleute sei es ein guter Tag gewesen, betonte Stefanie Schömer, Sprecherin des Gewerbeverbands.