Goldenes Priesterjubiläum der Zwillingsbrüder

Goldenes Priesterjubiläum der Zwillingsbrüder

Hermann-Josef und Karl-Heinz May hat es von Schillingen vor vielen Jahren in die seelsorgerische Mission nach Indonesien verschlagen. Das goldene Priesterjubiläum feiern sie nun wieder im Heimatort.

Schillingen. "Schillingen war die ganze Welt unserer jungen Jahre", sagt Karl-Heinz May, einer der beiden 75-jährigen Zwillingsbrüder, die genau vor 50 Jahren in ihrem Heimatort ihre Primiz gefeiert haben. Das war am 23. August 1964. Dort wollen sie auch am Sonntag, 31. August, ihr goldenes Priesterjubiläum feiern (siehe Extra). Derzeit befinden sie sich noch in Indonesien.
Gerhard May, ihr 15 Monate jüngerer Bruder und ebenfalls Priester, verunglückte vor 26 Jahren auf der Hauptstraße der indonesischen Insel Sumbas tödlich - ein Ereignis, das die Zwillingsbrüder nie vergessen können. "Hermann war nahe am Ereignis dran", schreibt Karl-Heinz May. "Er tröstete mich mit den Worten: Wenn jemand vom Motorrad fällt, fällt er nicht aus Gottes Hand."
Die Zwillinge verstehen sich auch heute noch als die Jungen vom Lande, und der Schillinger Dialekt ist ihnen deshalb nie abhanden gekommen. "Wir sind beide nicht wenig stolz darauf, dass wir uns mit unseren Leuten aus der Heimat noch immer ,off Schellija\' unterhalten können, obwohl wir schon lange nicht mehr hier leben." Die berufliche Perspektive der beiden habe schon früh festgestanden, und ihr Onkel, Pater Anton Eibel aus Kell, Missionar in Argentinien, habe den Wunsch, Missionare zu werden, in beiden bestärkt.
Karl-Heinz May erinnert sich an einen so dahingesagten Satz seiner Mutter: "Eich weelt, dia wead, wo de Peafa wießt (Ich wollte, ihr wärt, wo der Pfeffer wächst)." Seine Brüder Gerhard und Hermann-Josef schienen die Worte der Mutter wörtlich genommen zu haben. May: "Sie gingen nach Indonesien, ein Land, das Säckeweise Pfeffer exportiert." Aber es seien auch Tage der Unentschlossenheit dabeigewesen. "Mehrere Male war ich kurz davor, das Handtuch zu werfen", erinnert sich Karl-Heinz?? May, doch seine Vorbilder hätten ihm immer wieder Mut gemacht.
1964 sei es dann soweit gewesen. Nach der Priesterweihe in der Klosterkirche Hennef Geistingen fand die Primiz in der Heimatgemeinde Schillingen statt. "Das ganze Dorf inklusive Musikverein, Kirchenchor und Männergesangverein feierte mit, und sogar Onkel Toni Eibel hatte Heimaturlaub bekommen, um dabei zu sein. Zu viel Ehre für zwei Dorfjungen, die eigentlich nichts geleistet hatten", sagt May. Über das Goldjubiläum in ihrem Heimatort macht der Missionar sich schon seine Gedanken. "Damals, 1964, passte die Primiz-Feier noch recht gut in das katholische Milieu der Volkskirche. Aber was bedeutet eine solche Feier in der heutigen Zeit?" Karl-Heinz May lässt diese Frage unbeantwortet.Extra

Die Feier des goldenen Priesterjubiläums beginnt am Sonntag, 31. August, mit einem feierlichen Hochamt um 10 Uhr in der Pfarrkirche St. Albanus in Schillingen. Im Anschluss findet ein Empfang mit den Jubilaren, den Zwillingsbrüdern und Patres Karl-Heinz und Hermann-Josef May, im Pfarrheim statt. hm

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