Gottessuche mit Uraufführung

Musikalisch hat der Kirchenchor St. Jakobus Litdorf-Rehlingen seine Zuhörer mit auf eine Pilgerreise auf den Jakobusweg genommen. Sprechstimmen und Gesang wechselten sich ab. Die Kirche war mit Kerzen festlich geschmückt und trug so viel zu einer grandiosen Atmosphäre bei.

Fisch. (doth) Kerzen wiesen den Weg ins Gotteshaus. Strahlend präsentierte sich St. Jakobus Litdorf-Rehlingen als die Sänger unter Paukenklang einzog. Mit einer ausgeklügelten Dramaturgie feierte der Kirchenchor seine 20- jährige Geschichte.

"Meines Wissens sind wir der jüngste Kirchenchor der Region", sagt dessen Vorsitzender Stefan Kaiser mit Stolz. Eine ganze Generation habe es gedauert, nachdem Ende der 50er Jahre sich der Vorgängerchor aufgelöst hat, bis ein neuer Chor gegründet werden konnte.

Frische Stimmen erfreuen sich nun die Kirchenbesucher. Rund 150 Chormusikfreunde wollten erleben, wie ein Jubiläum mal anders gefeiert werden kann. Es wurde die Geschichte der jungen Pilgerin Tabea erzählt, die aus einem stressigen Berufsleben aussteigen und auf dem Jakobusweg zu sich selbst finden wollte. Den Text von Simone Kirchen sprach Sandra Mangrich. Bei ihr meldete sich der Apostel Jakobus mit der Stimme von Pastor Peter Leick. Die kam jedoch nicht direkt von der Empore, sondern ganz geheimnisvoll aus Teilen des Kirchenschiffs. Sogar eine Kirchenglocke wurde in die Inszenierung eingebaut. "Die Idee dazu kam uns nach unserem Gastspiel in der Kathedrale von Santiago de Compostella im letzten Jahr", erklärt Vorsitzender Kaiser.

Dirigent Mario Wenzel, Enkel des Dirigenten Michael Clemens, der den letzten Fischer Kirchenchor leitete, arbeitete hart mit dem 22-köpfigen Chor und sechs Musikern. Heraus kam dabei sogar eine deutsche Uraufführung von Bob Chilcotts "Requiem". Mario Wenzel ist stolz: "Nach London und Montreal wird das Stück in Fisch erstmals in Deutschland aufgeführt." Die Musik, meist von zeitgenössischer Musiker komponiert, wurde passend zum Thema Jakobsweg ausgewählt. Immer wieder hört Tabea die Stimme des heiligen Jakobus, der sie dabei unterstützt, vom Druck des Alltags über die Entspannung die Natur zu spüren und den Himmel zu fühlen. Die Erkenntnis reift: "Ich bin ich."

Händels berühmtes "Halleluja" aus "Der Messias" verdeutlichte dieses Gefühl in besonderer Weise. Zuhörer Günther Weishaupt aus Irsch fand: "In diesem Kleinod von Kirche mit ihrer grandiosen Atmosphäre ist das eine gute Idee symbolisch den Jakobusweg zu beschreiten."

Der Chor entließ seine Zuhörer nicht einfach so. Es gab Viezsekt, frisch gepressten Apfelsaft und kleine Häppchen, damit alle noch ein wenig das Jubiläum mitfeiern konnten.

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