Graham Barber: Meisterschaft an der "Königin der Instrumente"

Graham Barber: Meisterschaft an der "Königin der Instrumente"

Es muss am schönen Spätsommerwetter gelegen haben. Nur rund 40 Besucher kamen in die Stadtkirche St. Nikolaus, um Zeuge davon zu werden, welche Klangwelten der britische Weltklasse-Organist Graham Barber der Orgel entlockt hat.

Konz. Eine Orgel kann nicht nur Kirchenmusik von getragen bis feierlich erklingen lassen. Aufgrund ihrer enormen Vielseitigkeit und Klangtiefe wird sie zu Recht als "Königin der Instrumente" bezeichnet. Einer, der dieses schwierige Instrument virtuos beherrscht, ist der britische Musikprofessor Graham Barber, der weltweit Meisterkurse für Orgelspiel leitet.
Reichhaltige Klangwelten


In der Stadtkirche St. Nikolaus hat er die Reihe der Internationalen Orgelkonzerte in Zusammenarbeit mit den Orgelfestwochen Rheinland-Pfalz fortgesetzt. Rund 40 Zuhörer waren erschienen, um Werke etwa von Johann Sebastian Bach, Max Reger, Sigfrid Karg-Elert sowie "An English Suite" von Charles Hubert Parry an der Orgel zu erleben.
Es sind reichhaltige Klangwelten, die der schlanke weißhaarige Brite dem Instrument entlockt, von sanften Harmonien über heiter fließende Tonfolgen bis hin zu volltönenden festlichen Klängen und tiefem vibrierenden Brummen. "Intensives Spiel und absolute technische Meisterschaft" bescheinigt dem aus London stammenden Musiker die Weltpresse.
Der Dekanatskantor und Haus-organist von St. Nikolaus, Karl Ludwig Kreutz, schildert die britische "Sprache" der Orgelmusik: "Sie hat starke melodische Einflüsse, ist volksliedhaft, orchestral und symphonisch."
Ziel der Konzertreihe sei es, die enorme Bandbreite der Orgel einem größeren Publikum erlebbar zu machen. Die wenigen Besucher - in den vergangenen beiden Jahren der Konzertreihe waren es im Schnitt rund neunzig - führt er auf das schöne Wetter zurück. Die anwesenden Zuhörer jedoch sind rundweg begeistert, spenden stehend Beifall und erklatschen sich die Zugabe "Handel in the Strand" von Percy Grainger.
"Sehr schön", sind sich Anton Reuter und Irene Sommerlad aus Konz einig. Das letzte Orgelkonzert des Italieners Paolo Oreni habe ihr noch besser gefallen, ergänzt sie. "Aber das ist schließlich Geschmackssache."
Begeistert ist auch Marlies Dinkelbach aus Konz: "Mir hat es sehr gut gefallen. Wenn ich kann, komme ich immer sehr gerne hierhin." Und sie ergänzt: "Schade, dass so wenig Leute da sind. Wir haben ja nicht so oft große Konzerte!" DQ