Greimerath will auch keinen Solarpark

Greimerath will auch keinen Solarpark

Der Ortsgemeinderat Greimerath will sich nicht mit Wind und Sonnenlicht an der Energiewende beteiligen. Die schöne Landschaft ist den Ortsvertretern wichtiger. Der Vorschlag eines Solarparks war von Ortsbürgermeister Edmund Schmitt zur Diskussion gestellt worden. Einzige große natürliche Energiequelle bleibt der Forst.

Greimerath. "Es soll keiner sagen, ich hätte das Thema Solarpark nicht angesprochen", erklärt der Greimerather Ortsbürgermeister Edmund Schmitt in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates.
Doch die Mienen der Mitglieder dieses Gremiums zeigen Ablehnung. Gerade kämpft eine Bürgerinitiative für eine windradfreie Landschaft (der TV berichtete mehrfach), und dann sollen Solarpaneele die Landschaft zudecken.Ortschef fordert Entscheidung


Ortschef Schmitt wollte eine Grundsatzentscheidung: "Die Flurbereinigung könnte helfen, einen geeigneten Standort zu finden." Fachlicher Rat und eine Bürgerversammlung wären die nächsten Schritte gewesen. Norbert Willems von der Verbandsgemeindeverwaltung weist auf die Einschränkungen für Solaranlagen in der Landschaft hin: "Der neue Landesentwicklungsplan verbietet, gutes Ackerland zu verbauen, Naturschutzflächen sind tabu, und ein Bebauungsplan wird verlangt." Josef Leineweber (CDU) stellt fest: "Die Ackerflächen in Greimerath sind begrenzt. Wir müssen auch an die Landwirte denken." Vielmehr sollten Bürger animiert werden, mehr Solarmodule auf ihre Hausdächer zu montieren. Mit dem 480 Hektar großen Wald als Brennholzlieferant sei Greimerath doch schon ein Energiedorf.
Den Keller Solarpark als Vorbild lässt Leineweber nicht gelten: "Das ist ein Gewerbegebiet, das die Gemeinde nur Geld gekostet hat." Der FWG-Fraktionsvorsitzende Raimund Marmann plädiert für eine Kosten-Nutzen-Analyse. Wie hässlich so eine Fläche aussieht, könne an der Autobahn bei Mehring besichtigt werden.
"Ein Hektar bringt etwa ein Megawatt", rechnet Ortschef Schmitt vor. "Wir sind da viel zu spät dran, denn die Einspeisevergütung ist inzwischen sehr gering", stellt CDU-Mann Herbert Martini fest. Einstimmig, bei Enthaltung des Ortsbürgermeisters, votierte der Rat dagegen, weiter Pläne für einen Solarpark zu verfolgen. "Wir begraben die Idee. Dann ist es halt erledigt", sagt Schmitt.Leitungskabel werden verlegt


Unterdessen äußert sich auch Bernhard Schmitt, zweiter Vorsitzender der Bürgerinitiative Pro Natur Hochwald, über die Situation auf dem Judenkopf besorgt: "Die Arbeiten laufen unter Hochdruck weiter. Inzwischen werden die für den Netzanschluss erforderlichen Leitungskabel verlegt."
Dabei gehe man "mit brachialer Gewalt" vor, um keine Zeit zu verlieren. "Die Folge ist eine regelrechte Schneise der Verwüstung, die sich längs über den Berg zieht", berichtet Schmitt. Der Verein bietet einen Dialog per E-Mail unter hobesc@gmx.de an. Der Rat strebt inzwischen an, dem Bauherrn, der Familie von Boch, das Wegerecht auf Greimerather Seite zu entziehen. Außerdem sind Grenzsteine herausgerissen worden, die neu eingemessen werden müssen.Extra

Bioenergie bezieht Greimerath weiterhin aus seinem 480 Hektar großen Forstbetrieb. Forstamtsleiter Helmut Lieser und Revierförster Helmut Gödert konnten dem Rat sehr erfreuliche Zahlen vorlegen. Demnach konnte das Jahr 2012 mit einem Gewinn von 142 321 Euro abgeschlossen werden, über 100 000 Euro mehr als 2011 geschätzt. Für das laufende Jahr rechnen die Forstleute bei stabil hohen Holzpreisen mit einem Gewinn von rund 80 000 Euro. doth