Greimerather sehen Chance für ihre Schule

Greimerather sehen Chance für ihre Schule

Trotz geringer Schülerzahlen setzen Rektor und Ortschef darauf, dass die Einrichtung erhalten bleibt.

Greimerath Über die Zukunft von Grundschulen wird in der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See zurzeit heftig diskutiert. Der Grund ist ein Beschluss des VG-Rats, die Standorte in VG-Trägerschaft reduzieren und die Grundschulen in Hentern und Mandern schließen zu wollen (der TV berichtete mehrfach). Die Grundschule Greimerath ist bei diesem Konzept außen vor, weil dort die Ortsgemeinde Schulträger ist. Seit Dienstag müssen Lehrer, Schüler und Eltern aber doch um den Fortbestand der kleinen Dorfschule bangen, die im Sommer ihr 50-jähriges Bestehen feierte.

Denn Landesbildungsministerin Stefanie Hubig (SPD) hat neue Leitlinien für ein wohnortnahes Grundschulangebot vorgestellt. Demnach stehen landesweit 41 Schulen auf dem Prüfstand, weil sie so wenig Schüler haben, dass sie nur eine oder zwei Klassen bilden können. Im Kreis Trier-Saarburg gilt dies für die Einrichtungen in Schöndorf, Trittenheim und Greimerath. Sie sollen bis Oktober ein Konzept erarbeiten, wie sie ein ausreichendes Schulangebot sicherstellen wollen.

In Greimerath sind die Verantwortlichen nicht überrascht, dass die Schule auf der Prüfliste auftaucht: "Die Zahlen sind da, die können wir nicht wegwischen", sagt Ortsbürgermeister Edmund Schmitt (FWG). 29 Kinder werden in dem Hochwald-Ort in zwei Kombiklassen - jeweils zwei Jahrgänge zusammengefasst - unterrichtet. Als die Diskussion um die VG-eigenen Schulen losging, habe sich der Greimerather Gemeinderat klar für den Erhalt seiner Schule ausgesprochen, sagt Schmitt. Er werde vom Rat nun erneut ein Votum dazu einholen: "Aber da wird sich nichts ändern."
Danach werde man gemeinsam mit Schulpersonal und Elternvertretern das verlangte Konzept erstellen. In "Hektik" verfalle nun aber niemand, sagt Schmitt: "Es gibt sicher andere Schulen, die weniger gute Voraussetzungen haben." In Greimerath gebe es ein Gebäude, "das absolut in Ordnung und groß genug" sei, um problemlos wieder mehr Klassen unterzubringen. Zudem lägen Turnhalle und Außensportanlage gleich nebenan.

Bei der Schülerzahl gebe es "aktuell eine Durststrecke", aber laut Statistik werde sich die Zahl "wieder nach oben bewegen". Im Ort entstehe zurzeit neuer Wohnraum, der auch Familien anziehe.
Am pädagogischen Konzept gibt es für Schulleiter Clemens Berwanger "nichts zu diskutieren". Es werde "sehr fruchtbare Arbeit" geleistet. Im Unterricht schaffe man häufig in einer Stunde mehr als anderswo in zwei. Die Kinder proftierten davon, dass man sich gezielt um sie kümmern könne: "Kleine Menschen brauchen kleine Räume." Betreuung gebe es bis 16 Uhr, außerdem viele Arbeitsgruppen wie die Radio-AG, in der die Kinder selbst kleine Hörspiele produzierten.

Heide Rach, Beigeordnete der Ortsgemeinde und Mutter zweier ehemaliger Schüler, betont, "dass die Kinder sehr gut in die Dorfgemeinschaft integriert werden". Sie seien bei Festen und bei Seniorennachmittagen dabei und lernten früh den Umgang mit anderen.
Laut Ministerin Hubig müssen nicht alle 41 Schulen auf der Prüfliste um ihren Erhalt bangen. Es werde nach sorgfältiger Prüfung auch "Ausnahmen" geben. Die Greimerather sind laut Ortschef optimistisch, dafür "sehr gute Argumente" liefern zu können.

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