Greimerather wehren sich gegen Windpark an der Bundesland-Grenze

Greimerather wehren sich gegen Windpark an der Bundesland-Grenze

Bei den Bewohnern des Hochwaldorts Greimerath (Verbandsgemeinde Kell) stößt die geplante Errichtung eines Windparks am Judenkopf auf offene Ablehnung. Das wurde am Montagabend bei einer Versammlung mit über 200 Bürgern deutlich. Direkt hinter der Bundesland-Grenze im Saarland soll der Windpark entstehen. Die Greimerather fühlen sich nicht ausreichend beteiligt.

Direkt hinter der Landesgrenze will eine Investorengemeinschaft, der die Technischen Werke Losheim, die Vereinigte Saar Elektrizitäts (VSE) Ag und die Familie von Boch, auf saarländischem Gebiet fünf Windräder aufstellen und diese bis Ende 2013 in Betrieb nehmen.

Eine Anlage soll sich auf den Flächen der Gemeinde Losheim drehen, vier Anlagen würden sich auf dem Privatbesitz der Familie von Boch befinden.

Die Pläne für dieses Projekt und die dafür erstellten Gutachten stellten die potenziellen Betreiber am Montagabend vor. Sie hatten dabei aber einen schweren Stand. Denn die weißen Mühlen mit einer Gesamthöhe von 200 Metern liegen in vollem Blickfeld der Gemeinde Greimerath.

Daher laufen die Bürger jetzt gegen den geplanten Windpark Sturm. Sie fürchten unter anderem eine Lärmbelästigung durch die Räder. Außerdem sind die der Meinung, dass die Anlagen das Landschaftsbild zerstören und die Tier- und Pflanzenwelt gefährden.

Deshalb will sich in Greimerath eine Bürgerinitiative gründen. Auch die Vertreter des Gemeinderats schlossen sich der Kritik an. Alle drei Fraktionen hatten schon im unmittelbaren Vorfeld der Bürgerversammlung bemängelt, dass die Gemeinde Greimerath von saarländischer Seite nur unzureichend über den Planungsprozess unterrichtet worden sei und nun vor "vollendete Tatsachen" - so Ortsbürgermeister Edmund Schmitt - gestellt wurde.

Der Greimerather Rat hat die Losheimer deshalb am Montagabend dazu aufgefordert, die Frist zu verlängern, in der im öffentlichen Beteiligungsverfahren Einwände geltend gemacht werden können. Diese Frist läuft am heutigen Dienstag (5. Februar) aus.