Grimburg will weiterhin Bioenergiedorf werden

Das Thema Bioenergiedorf ist in Grimburg auch nach dem Ausstieg des Investors Pfalzwerke noch lange nicht vom Tisch. Der Ortsgemeinderat hat jetzt in einer öffentlichen Sitzung für den Bebauungsplan gestimmt.

 Der Gemeinderat Grimburg treibt den Bau einer Biogasanlage, wie dieser hier in Reinsfeld, weiter voran. TV-Foto: Ursula Quickert

Der Gemeinderat Grimburg treibt den Bau einer Biogasanlage, wie dieser hier in Reinsfeld, weiter voran. TV-Foto: Ursula Quickert

Grimburg. Klares Votum für das Bioenergiedorf: Mit sieben zu zwei Stimmen und ohne Diskussionen hat sich der Ortsgemeinderat Grimburg für den Bebauungsplan für das Bioenergieprojekt mit Nahwärme-Netz für den Ort (siehe Extra) ausgesprochen. Damit hat die Mehrheitsfraktion von Ortsbürgermeister Franz-Josef Weber (Freie Wählergruppe) eine Grundsatzentscheidung für die Biogasanlage gefällt, die die Hauptlast der Energie- und Wärmeversorgung tragen soll.

Den Großteil der Planung und damit auch der Kosten hat der bereits im Februar ausgestiegene Investor Pfalzwerke übernommen (der TV berichtete mehrfach). "Für Grimburg ist es somit ein günstiger Bebauungsplan", erläutert Weber. Außerdem sei das Verfahren bereits sehr weit fortgeschritten. "Das Ganze ist eine lukrative Geschichte. Wenn die baurechtlichen Fragen schon geklärt sind, ist das Projekt auch für Investoren attraktiver." Momentan befindet sich die Gemeinde laut dem Ortsbürgermeister mit drei Investoren im Gespräch.

Abgestimmt wurde am Donnerstag im Rat insbesondere über die Stellungnahmen der verschiedenen Behörden zum Bebauungsplan. So hat beispielsweise die Kreisverwaltung Trier-Saarburg die Bedingung gestellt, dass die Belange der Landwirtschaft beachtet werden.

Landwirte signalisieren Kooperationsbereitschaft



Man habe mit den Landwirten nochmals Gespräche geführt, sagt Weber. Ein möglicher Investor sei ja auf die Kooperation der Landwirte angewiesen, da die Biogasanlage ausschließlich mit nachwachsenden Rohstoffen betrieben werden soll. "Sie signalisieren grundsätzlich die Bereitschaft, die Anlage mit Gülle zu beschicken."

Joachim Wahlen, Mitglied der CDU-Fraktion, bleibt dennoch skeptisch: "Das Ganze ist eine Totgeburt. Es wird sich kein Investor finden." Seiner Meinung nach fehlen noch maßgebliche Informationen, zum Beispiel eine Erhebung, wie viele der 170 Grimburger Haushalte an einem Nahwärme-Anschluss überhaupt interessiert sind.

Die Gemeinde hat mit der Billigung des Entwurfs jetzt eine erste Voraussetzung zur Erteilung des Baurechts geschaffen. Mit dem endgültigen Beschluss des Bebauungsplans ist frühestens Ende Juni zu rechnen. Bis dahin liegt der Plan nochmals für die Öffentlichkeit aus.

Extra
Bebauungsplan: In dem Bebauungsplan legt Grimburg fest, auf welche Weise eine bestimmte Fläche genutzt werden darf. Die bekanntesten Nutzungsmöglichkeiten sind reine Wohngebiete, Industrie- und Gewerbegebiete. Für den Bau der Biogasanlage in der Nähe des Sportplatzes muss die Gemeinde ein Gewerbegebiet ausweisen. In dem Plan wird genau beschrieben, wo und unter welchen Bedingungen gebaut wird. So muss beispielsweise um die Anlage ein Randstreifen entstehen. Außerdem hat man sich auf eine Höhenbegrenzung von zehn Metern geeinigt. Dadurch soll das Landschaftsbild nicht beeinträchtigt werden. (hsc)

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