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Größe, Kosten, Fördermittel: Zahlen zur Kita Hentern noch unklar

Soziale Einrichtungen : Größe, Kosten, Fördermittel – Zahlen zur Kita Hentern stehen noch in den Sternen

Klarstellungen zu den Plänen für die Kita Hentern nach einem TV-Bericht: Wie unterschiedliche Kostenschätzungen zustande kommen und wer die Kita betreiben soll.

Die Ortsgemeinde Hentern möchte eine neue Kita bauen, um den Bedarf an Kita-Plätzen zu decken. Lampaden, Paschel und Schömerich wollen sich an der Einrichtung beteiligen.

Doch die vier Millionen Euro, die Hentern im Haushaltsplan für 2023/2024 eingeplant hat und die im TV-Artikel vom Montag („Warum in Hentern eine Kita gebaut wird“) erwähnt wurden, werden laut Ortsbürgermeister wohl nicht reichen. Michael Marx sagt: „Aufgrund der Teuerungsraten wird mittlerweile mit Kosten von 1,2 bis 1,5 Millionen Euro pro Gruppe gerechnet.“ Macht bei einer viergruppigen Kita dann bis zu sechs Millionen Euro.

Ratsbeschlüsse und Bedarfsermittlungen zur Kita müssen abgewartet werden

Doch da meldet die Kreisverwaltung Zweifel an. Pressesprecher Thomas Müller teilt mit: „Nach dem aktuellen Stand der Beratungen in den betroffenen Gemeinden ist nicht davon auszugehen, dass die den genannten Zahlen zugrunde liegenden zusätzlichen Kapazitäten am Standort Hentern verwirklicht werden.“

Weitere Ratsbeschlüsse und Bedarfsermittlungen müssten abgewartet werden. An diesen würden sich dann auch die Fördergelder orientieren. Grundsätzlich orientierten sich die Fördermittel nach der Anzahl der zusätzlich geschaffenen Betreuungsplätze. Der TV hatte sich an den Haushaltsentwurf gehalten. Dort heißt es, 750.000 Euro würden vom Land und 400.000 Euro vom Kreis erwartet.

Bleibt die Frage: Wer kommt eigentlich für die aktuell sich vollziehenden Verteuerungen im Baugewerbe auf? Dazu sagt Müller: „Der Bauträger, also die Ortsgemeinde Hentern.“

Wer die Kita betreiben soll, ist ebenfalls noch nicht geklärt

Auch die Frage, wer die Kita betreiben soll, ist noch nicht geklärt. Müller stellt klar, dass – anders als im TV-Bericht dargestellt – nach dem Kita-Gesetz keinerlei Möglichkeit bestünde, dass dies das Kreisjugendamt Trier-Saarburg tun würde. Laut Müller soll das Kreisjugendamt darauf hinwirken, dass eine bedarfsgerechte Vielfalt von Trägern die Kitas im Kreis betreibt.

Außerdem eruiert das Kreisjugendamt in eigener Zuständigkeit, ob sich ein freier Träger zur Übernahme der Betriebsträgerschaft für die Kita Hentern findet. Für den Fall, dass sich kein freier Betreiber zum Beispiel von der Kirche findet, sei die Ortsgemeinde verpflichtet, diese Aufgabe zu übernehmen. Auch ein kommunaler Zweckverband von Ortsgemeinden oder die im TV-Bericht genannte Verbandsgemeinde könne eine Kita betreiben.

Ortsbürgermeister Marx stellt klar, dass die Kreisjugendhilfe und die VG die Ortsgemeinde Hentern dabei unterstützen sollen, einen Betreiber zu finden. Dafür infrage käme zum Beispiel die katholische Kita gGmbH, die aktuell 151 Kindertagesstätten in der Region Trier unterhält und damit der größte Kita-Träger ist. Weitere Kita-Träger im Kreis sind die Lebenshilfe Trier-Saarburg, der Caritasverband Region Trier, die Cusanus-Träger-Gesellschaft Trier (ctt), die evangelische Kirchengemeinde Konz sowie die Pallottiner Jugendhilfe gGmbH.

Für den Fall, dass niemand die komplett neue Kita in Hentern in wenigen Jahren betreiben wolle, würde die Ortsgemeinde dies tun, versichert Marx. Er weist aber auch daraufhin, dass dies mit jeder Menge Arbeit verbunden sei. So müsse sich die Gemeinde dann um die komplette Personalverwaltung kümmern. Dies sprenge den Rahmen eines Ehrenamts.