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Größere Halle für neue Ausrüstung – Technisches Hilfswerk will Standort in Hermeskeil erweitern

Katastrophenschutz : Größere Halle für neue Ausrüstung – Technisches Hilfswerk will Standort in Hermeskeil erweitern

Die großen Lastwagen passen kaum noch in die Garage in der Hermeskeiler Raiffeisenstraße. Und der Ortsverband soll mit weiterem Gerät für die Katastrophenhilfe aufgerüstet werden. Um alles sicher unterzubringen, muss ein Neubau her.

Helmut Olinger ist stolz auf seinen Ortsverband. Der Leiter des Technischen Hilfswerks (THW) in Hermeskeil führt eine schlagkräftige Truppe an. 50 einsatzberechtigte Helfer mit Ausrüstung für den Zivil- und Katastrophenschutz seien für eine 6000-Einwohner-Stadt schon etwas Besonderes, betont Olinger. Doch es gibt ein Problem mit dem THW-Standort in der Raiffeisenstraße. „Wir stoßen allmählich an Grenzen. Wir brauchen einfach mehr Platz für unsere Fahrzeuge“, erklärt der THW-Ortsbeauftragte für Hermeskeil am Donnerstagabend im Stadtrat. Dort stellt er erstmals öffentlich Pläne für den Abriss der jetzigen und den Neubau einer größeren Fahrzeughalle vor.

Zurzeit sind jeweils zwei Fahrzeugboxen über ein sechs Meter breites Tor anzusteuern, erklärt Olinger. Ein LKW sei aber oft schon 2,90 Meter breit. Früher – die Halle wurde Mitte der 1980er Jahre gebaut – habe das THW „noch die kleinen 4,5 Tonner gehabt, jetzt sind das andere Kaliber“. Der aus Sicherheitsgründen vorgeschriebene Platz zwischen den Wagen sei kaum noch zu gewährleisten, sagt der Ortsverbands-Chef: „Das ist der Hauptgrund, warum etwas passieren muss.“

Ein weiterer Grund: In Hermeskeil wird technisch weiter aufgerüstet. Bundesweit – das THW ist eine Bundesanstalt – wurde jüngst die zweite Bergungsgruppe in eine Notgruppe umfunktioniert. „Sie ist bei großen Schadenslagen dafür da, schnell Lager zur Versorgung vieler Menschen aufzubauen“, erklärt Olinger. Transportiert würden große Zelte und sogar Toiletten. Die Fahrzeuge benötigten entsprechend viel Platz.

Zusätzlich erhielten die Hochwälder zwei große LKW für die Fachgruppe Wasserschaden inklusive eines Anhängers für die Pumpe, die im Ernstfall 5000 Liter Wasser pro Minute befördern kann. Ein weiterer Anhänger nur für Schläuche komme hinzu. Und die Gruppe Elektroversorgung werde mit einem weiteren großen Stromaggregat ausgestattet. „Wo soll das alles hin?“, habe sich der Ortsverband gefragt.

Im Frühjahr begannen daher Gespräche über eine Standort-Erweiterung mit dem THW-Landesverband in Mainz und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima). Die Bima ist laut Olinger Eigentümerin des Grundstücks und Bauherrin des Projekts, der Ortsverband lediglich Mieter. Im Auftrag der Bundesanstalt stellt der Ortsbeauftragte den Entwurf für einen Neubau vor.

Demnach soll die jetzige Halle abgerissen und eine neue 70 Meter lange Fahrzeughalle mit 14 statt bislang sieben Einstellboxen gebaut werden. Finanziert werde das Projekt über Bundesmittel, eine Kostenschätzung liege noch nicht vor: „Aber man wird viel Geld in die Hand nehmen.“ Bis zum Baustart werde wegen Verzögerungen durch die Pandemie „noch etwas Zeit ins Land gehen“, schätzt Olinger. Doch er lobt die beteiligten Behörden: „Es geht jetzt voran.“

Alternativen zum Neubau wie etwa die Erweiterung bestehender Gebäude seien bei einem Ortstermin verworfen worden. Die Hoffläche reiche dann nicht mehr fürs Rangieren der LKW. Der Stadtrat hat später in der Sitzung unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu entscheiden, ob er der Bauvoranfrage zustimmt.  Schon in öffentlicher Sitzung signalisieren alle Fraktionen ihre Unterstützung. „Wir finden es sehr gut, dass der THW-Standort Hermeskeil damit weiter aufgewertet wird“, stellt Christoph König (Bürger für Bürger) fest. CDU-Fraktionsvositzender Stefan Ding sagt: „Wir wissen das THW als Helfer vor Ort sehr zu schätzen und freuen uns über die Pläne.“

Auch SPD und FWG begrüßen die Erweiterung. Sigurd Hein (SPD/Linke) und Berthold Grenz (FWG) erkundigen sich nach einem Feldweg, der durch den Hallenneubau wegfallen wird. Sie wollen wissen, ob Nutzer des Wegs davon betroffen seien. Der erste Beigeordnete René Treitz verweist darauf, dass der Weg keinen „öffentlichen Charakter“ habe und auch als Zuwegung zu landwirtschaftlichen Flächen nicht benötigt werde. Für Spaziergänger und Wanderer werde die Stadt in Richtung Rotbach einen alternativen derzeit zugewachsenen Weg wieder „freischneiden“.

Helmut Olinger freut sich über die Unterstützung der Stadt. Hermeskeil sei zwar die kleinste Stadt in Rheinland-Pfalz mit eigenem THW-Ortsverband, sagt er. Dieser sei aber mit 50 Helfern und 30 Jugendlichen einer der stärksten im Land: „Wir können stolz sein, dass unser Projekt intern so schnell genehmigt wurde.“