Große Ferien, die niemals enden: Rektorin der Grundschule Wincheringen geht in den Ruhestand
Wincheringen · Nach 42 Lehrerjahren, 37 an der Grundschule Wincheringen und sechs als Rektorin, ist die Schulleiterin von ihren Schülern und den Kolleginnen verabschiedet worden. Sie hinterlässt positive Spuren in der einzigen Grundschule des Landes, die sich Europaschule nennen darf. Der Abschied der Kinder war vielsprachig.
Mit bunten Servietten winken die Kinder ihrer Rektorin zum Abschied: Thomas Baur von der Schulaufsicht überreicht der sichtlich gerührten Maria Heidt die Urkunde, die sie offiziell in den Ruhestand entlässt. TV-Fotos (2): Herbert Thormeyer
Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"Wincheringen. Einen bewegenden Abschied voller Herzlichkeit hat Maria Heidt, die scheidende Rektorin der Wincheringer Grundschule, erlebt. Nach 42 Jahren hat die aus dem Saarland stammende Pädagogin vor allem als Schulleiterin ab 2008 Akzente gesetzt. Die rund 180 Schüler haben Wurzeln in 16 Nationen.
Die Schüler verabschiedeten sich in ihren Muttersprachen, darunter Chinesisch und Isländisch. Es waren Tänze und Lieder einstudiert worden. Udo Jürgens' Griechischer Wein erhielt einen neuen Text, gesungen von den Kolleginnen. Personalrätin Bianca Wolff bedauerte: "Sie hinterlassen eine große Lücke."
Der Herr der Personalakte, Thomas Baur von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion in Trier, weiß über den Werdegang der Pädagogin am besten Bescheid. Er zitiert aus einer Beurteilung über eine ausgeprägte positive Dienstauffassung, erst in Nittel, dann in Wincheringen.
"Sie haben immer das Gesamtsystem Schule in Ihrer Verantwortung gesehen", lobt Baur, denn jemand müsse ja da sein, um alles zusammenzuhalten. Erfolgsgeschichten sind der Ausbau als Bilinguale Schule und das Zusammenleben von 16 Nationen, was die Ernennung als erste Grundschule unter den Europaschulen des Landes einbrachte.
So waren denn auch das einstudierte Theaterstück und so manches Lied zweisprachig - ein beschwingt europäisches Abschiedsprogramm. Auch Bürgermeister Jürgen Dixius lobte das Engagement: "An dieser Schule wird Europa in einer weltoffenen Region ganz selbstverständlich gelebt."
"Mir kamen glatt die Tränen", gestand die scheidende Rektorin, denn sie habe von all dem Aufwand gar nichts mitbekommen. "Für mich brechen jetzt die ganz großen Ferien an", weiß die reiselustige Hobbygärtnerin. Die Beliebtheit von Wincheringen und seiner Grundschule manifestiert sich in der Zahl von 203 Schülern im nächsten Jahr. Rückblickend sagt Maria Heidt: "Ich würde wieder Lehrerin werden."
Eine Nachfolge für das Amt der Schulleitung steht noch nicht fest. Vorerst werden Henriette Huschka und Evelyn Pigato diese Aufgaben übernehmen. doth