Große Flaute in den Freibädern

Hermeskeil/Kell/Saarburg · Die beiden Freibäder in der Hochwaldregion erleben bisher eine Saison, die im wahrsten Sinne des Wortes ein Schlag ins Wasser ist. Wegen des schlechten Wetters wagen sich zurzeit sowohl in Hermeskeil als auch in Kell nur wenige Besucher in die Schwimmbecken. Im nahen Saarburg sieht die Situation nicht besser aus.

Hermeskeil/Kell/Saarburg. Zumindest auf die hartgesottenen Frühschwimmer ist im Hermeskeiler Freibad Verlass. Selbst wenn es wie am gestrigen Dienstag mal wieder regnet und es die Lufttemperatur morgens gerade mal so über die zehn Grad-Marke schafft, zieht die Gruppe von zehn bis zwölf Leuten im 25-Meter-Becken ihre Bahnen.
Doch abgesehen von diesen treuen Stammgästen lässt der Betrieb im Hermeskeiler Freibad trotz Ferienzeit arg zu wünschen übrig. "Nachmittags kommen momentan nur vereinzelt Besucher", sagt Michael Hülpes, Bürgermeister der Verbandsgemeinde, die das Freibad betreibt. In diesem Sommer, der über weite Strecken auf niedrigster Sparflamme kocht, haben die Mitarbeiter schon an mehreren Tagen frühzeitig das Kassenhäuschen zugemacht. "Wenn das Wetter schlecht ist und keine Besucher da sind, machen wir schon um 17 Uhr statt um 20 Uhr zu. Dann sparen wir zumindest diese Personalkosten ein", sagt Hülpes. Normalerweise orientieren sich die Verantwortlichen im Hermeskeiler Freibad an folgender Faustformel: An einem guten Wochenende mit Temperaturen über 30 Grad kommen schätzungsweise 3000 Besucher.
Hoffnung und Galgenhumor


"Von diesen Zahlen sind wir derzeit meilenweit entfernt", sagt Hülpes. Blickt man auf die Erfahrungswerte früherer Jahre, dann müssten zum jetzigen Zeitpunkt - also Ende Juli - schon circa 21 000 Besucher die Eingangspforten passiert haben. "Bisher sind in dieser Saison aber leider nur etwa 13 000 Besucher gekommen", so Hülpes. Was dem Bürgermeister bleibt, ist das Prinzip Hoffnung und eine Prise Galgenhumor: "Vielleicht kommt im August ja noch eine längere Schönwetterperiode. Es kann doch nicht sein, dass wir vom ganzen Sommer betrogen werden."
Auch im Keller Freibad hinterlässt das Schmuddelwetter seine Spuren. Norbert Willems, Büroleiter im Rathaus, macht das mit einer noch ziemlich frischen Momentaufnahme deutlich. "Am Sonntag waren vielleicht eine Handvoll Leute vom benachbarten Campingplatz da. Normalerweise kommen an einem knallig-heißen Juli-Tag über 1000 Leute, wenn das Bad voll in Betrieb ist".
Willems spielt mit dieser Aussage darauf an, dass das Keller Freibad zurzeit nicht nur unter dem schlechten Wetter leidet, sondern noch ein zusätzliches Handicap hat. Denn es ist in dieser Saison sozusagen nur zur Hälfte geöffnet. Die Besucher können zwar das Nichtschwimmer- und Kinderbecken nutzen. Das Schwimmerbecken mit Sprungturm wird hingegen für rund eine Million Euro saniert und ist deshalb gesperrt. Immerhin schreiten diese Arbeiten zügig voran. "Wenn alles gut läuft, werden wir noch rechtzeitig fertig, um das Schwimmerbecken noch in dieser Saison wiederzueröffnen", sagt Willems. In der Regel hat das Freibad bis zur Keller Kirmes am letzten August-Wochenende geöffnet.
Bleibt noch der Blick zum Freibad in Saarburg, das vor allem bei den Besuchern des westlichen Teils der VG Kell - also bei den Menschen aus dem Raum Zerf - beliebt ist: Auch dort vermiest das schlechte Wetter bisher die Bilanz. Bislang kamen 21 000 Menschen zum Schwimmen und Planschen im Saarburger Bad vorbei. Das sind gerade mal halb so viele Besucher wie im vergangenen Jahr zu dieser Zeit. Ähnlich sind die Verhältnisse in anderen Bädern im Kreis und in der Stadt Trier. Schweich: seit Ende Mai 25 700 Besucher (Vorjahr: 52 000), Leiwen: 13 000 (30 000), Mertesdorf: seit Anfang Mai 25 000 (66 000), Kordel: seit Anfang Juni 8600 Besucher (im Juli 2010: 13 000, vorher wegen Umbaus geschlossen). Auch in Trier fehlen die Schwimmer. Nordbad: seit Ende April 30 800 Besucher (Vorjahr: 38 600). Südbad: seit Mitte Mai 29 100 Besucher (Vorjahr: 93 400). In Konz ist das Freibad geschlossen, weil es neu gebaut werden soll. f.k./woc