Große Yachten, kleine Pöttchen

KONZ. Alle zwei Jahre öffnet der Wassersportclub Konz die Hafeneinfahrt auch für jene Besucher, die hauptsächlich rollend oder per pedes von A nach B gelangen. Viele nutzten den Tag der offenen Tür des Sportboothafens, um sich über Bewegungsarten auf dem nassen Element zu informieren.

Hochbetrieb herrschte in dem Hafen am Zusammenfluss von Mosel und Saar. Bordwand an Bordwand wippten unzählige, mehr oder weniger luxuriöse Wasserfahrzeuge mit und ohne Segel und in allen Größen sanft auf den Wellen. Von sportlicher Betätigung war zumindest am Samstag jedoch kaum etwas zu sehen - wenngleich die Bezeichnung "Wassersportclub" (WSC) eine Leibesertüchtigung auf dem kühlen Nass erwarten ließ.Schwülwarme Witterung

Dennoch: Manch ein Freizeit-Kapitän zog es angesichts der schwülwarmen Witterung vor, möglichst regungslos an Deck zu verharren. Etwas Bewegung kam erst dann ins Spiel, wenn jemand die schwankenden Planken seines "Pöttchens" verließ, um sich am Getränkestand zumindest innerlich ein wenig abzukühlen. Zwei Tage lang feierte der Konzer Club der weißen Schiffchen sein inzwischen traditionelles Hafenfest.Wassersport im Mittelpunkt

Der Sonntag stand ganz im Zeichen des Wassersports. Der Höhepunkt war eine Jollen-Regatta. Doch was um alles in der Welt ist eine "Jolle"? Diese Frage dürften sich vor allem überzeugte Landratten gestellt haben. Dazu Günther Passek, WSC-Vorsitzender: "Eine Jolle ist ein offenes Segelboot ohne Kajüte." Erklärungen sollten der Mann und seine Kollegen von der schippernden Zunft an diesem Tag noch eine ganze Menge liefern, denn das war schließlich Ziel und Zweck der Übung. "Alle zwei Jahre bieten wir Interessierten die Gelegenheit, sich am Tag der offenen Tür eingehend über vieles, was mit dem Wassersport und unserem Club zu tun hat, zu informieren", so Passek. Zudem sei man bestrebt, um Nachwuchs zu werben. Doch das sei ein mitunter nicht ganz leichtes Unterfangen. Der Grund: "Viele haben gewisse Berührungsängste, denn der Wassersport wird nicht selten mit einem dicken Geldbeutel in Verbindung gebracht", berichtet der Chef der Konzer Hobby-Kapitäne. Kein Wunder, zeigte doch ein Blick ins Hafenbecken recht schnell, dass hier und da mehr als nur ein paar Euro auf dem Wasser dümpeln. Dennoch: "Man braucht nicht unbedingt einen reichen Schwiegervater, will man Spaß auf dem nassen Element haben", schmunzelt Günther Passek. Die Jugendabteilung des WSC hat derzeit rund 15 Mitglieder zwischen acht und 15 Jahren. Sogar die Kleinsten stechen bereits mit eigenem Boot in See, wobei sie allerdings immer in Reichweite eines Begleitfahrzeugs bleiben. Insgesamt 240 Mitglieder zählen die "Großen" des Clubs. Wer die Gunst der Stunde in Konz nutzen wollte, konnte eine Runde auf der Mosel drehen - mit oder ohne Segel. Wer lieber in Ufernähe bleiben wollte, konnte auch einem Boot der eigens angereisten Trierer Wasserschutzpolizei in den "Bauch" schauen.Qualitätssiegel hilft Tourismus

Seit kurzem trägt der Sportboothafen des WSC ein Qualitätssiegel des Deutschen Motoryachtverbands. "Bei der Vergabe wurden unter anderem Ausstattung und Größe des Hafens sowie das Freizeitangebot vor Ort berücksichtigt. Eine Auszeichnung", so Passek, die auch aus touristischer Sicht für den Club wichtig sei.