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Großer Forscherdrang mit Überraschungseffekt

Großer Forscherdrang mit Überraschungseffekt

"Uns gefällt, was du im Kopf hast": Unter diesem Motto haben 128 Nachwuchswissenschaftler gestern beim 47. Regionalwettbewerb "Jugend forscht - Schüler experimentieren" in der Bitburger Stadthalle ihre Projekte vorgestellt. Kreativ waren dabei nicht nur die Ideen, sondern auch die Umsetzung.

Bitburg. Jede Menge Trubel herrscht in der Bitburger Stadthalle: An 73 Ständen stehen kleine Ingenieure und junge Experimentierer bereit, stellen stolz ihre Erfindungen und Entdeckungen vor. In den Gängen ist es eng, viele Menschen tummeln sich um die Schülerinnen und Schüler und stellen neugierig Fragen, die mit viel Einsatz und Liebe zum Detail beantwortet werden. Starke Gummibärchen

Für den Wettbewerb haben die Jugendlichen in den vergangenen Monaten ihrem Entdeckerdrang freien Lauf gelassen - herausgekommen sind viele einfallsreiche und auch kuriose Ideen. So haben Frederike Schmitt, Franziska Sonnen und Ann-Kristin Seiwert (12) vom St.-Willibrord-Gymnasium in Bitburg die Klebekraft von Gummibärchen getestet. Wie kommt man auf so eine Idee? "Wir haben gemerkt, dass Gummibärchen an der Zahnspange festkleben. Dann haben wir uns gedacht, wir legen die Gummibärchen in Flüssigkeiten ein und kleben sie auf verschiedene Materialien auf", sagt Ann-Kristin. Mit einem Kraftmesser haben die Mädchen die Klebekraft gemessen. "Wir haben festgestellt, dass gelbe und orange Gummibärchen am besten kleben - das liegt am Zitrussaft", erklärt Frederike. "Und auf Holz kleben die Gummibärchen besonders gut, das hat mit der rauen Oberfläche zu tun."Viele gute Ideen

"Die Arbeiten werden immer eigenständiger", findet Jan Niewodniczanski, Geschäftsführer Technik der Bitburger Braugruppe, die zum 41. Mal die Patenschaft für den Wettbewerb übernimmt. "Früher hat man noch die Handschrift der Lehrer erkennen können. Heute schöpfen die Jugendlichen aus ihrem Alltag und beschäftigen sich früh über den Lehrplan hinaus mit der Welt um sie herum. Heute kann man deshalb immer mehr Kreativität und immer mehr Überraschungseffekt feststellen." Auch seien viele der Themen aktueller denn je. "Die Arbeiten beschäftigen sich zum Beispiel mit Themen wie Windkraft, Verpackung und Recycling, also viel mit der Sicherung von Ressourcen."Katja Klauk und Maike Bill (beide 17) vom Gymnasium Hermeskeil haben in einem Langzeitversuch über sechs Monate in einem eigens dafür angelegten Komposthaufen herausgefunden, dass die Aldi-Tüte mit dem Aufdruck "100 Prozent kompostierbar" nur unter Bestbedingungen abbaubar ist. Ihr Fazit: "Wir bevorzugen Stofftaschen."Jasmin Dingels (14) von der Realschule plus in Trier-Ehrang hat im vergangenen Jahr am Wettbewerb teilgenommen und damals mit einer Freundin die Wasseraufnahme von verschiedenen Windeln untersucht. Dabei entstand eine neue Idee: "Ich wollte herausfinden, ob der Superabsorber sich als Wasserspeicher eignet und so eine Bepflanzung in der Wüste möglich machen könnte", erklärt die Schülerin. Zu Gast in der Bitburger Stadthalle war auch Umweltministerin Ulrike Höfken, die sich von dem Ideenreichtum der jungen Forscher sehr beeindruckt zeigte: "Ich finde das ganz toll. Die hohe Qualität der Arbeiten ist besonders beeindruckend. Die Jugendlichen haben sich viele wichtige Fragestellungen ausgedacht. Durch den Wettbewerb entwickeln die Jugendlichen vielleicht ein langfristiges Interesse für den Bereich Naturwissenschaften. Davon profitiert dann auch der Arbeitsmarkt."Am Ende des Tages ist Zeit für eine schwere Entscheidung: Jurorenteams aus Schulen, Industrie und Wirtschaft haben die Bewertung der Arbeiten und die Ermittlung der Sieger übernommen. Weil es dieses Mal so viele überdurchschnittlich gute Ideen gab, dürfen sich manche die Plätze teilen. Die jeweils Erstplatzierten haben sich für den Landeswettbewerb qualifiziert. Die Gewinner: Schüler experimentieren Fachgebiet ArbeitsweltJannis Dietz, Eric Hemmer (Integrierte Gesamtschule Enkenbach-Alsenborn), 2. Luca Mohnen (Bischöfliche Realschule St. Matthias Bitburg), 3. Esther Pickmann, Hannah Schädler (Max-Planck-Gymnasium Trier) Fachgebiet BiologieChantal Ademes, Aaron Ademes (Bischöftliche Realschule St. Matthias) und Dardan Ramadani (Gymnasium Traben-Trarbach), 2. Maximilian Fuchs (Realschule plus Salmtal), 3. Constantin Fuchs, Katharina Hansen, Janina Lehnen (Grundschule Dreis) Fachgebiet ChemieBenjamin Kuschnerus (Regino-Gymnasium Prüm), 2. Zoubida Djedda (Realschule plus Trier-Ehrang), 3. Fabian Sutscht, Benedict Herz, Jenny Kieren (Liesertal Schule Wittlich) Fachgebiet Geo- und RaumwissenschaftenJasmin Dingels (Realschule plus Trier-Ehrang), 2. Elias Lenz (Gymnasium Traben-Trarbach), 3. Christina Lehnen, Lea Hecker (St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg) Fachgebiet Mathematik/Informatik1. Gianna Maria Marchi (Bischöfliches Angela-Merici-Gymnasium Trier) und Frederik Haun (Friedrich-Wilhelm-Gymnasium Trier), 2. Simon Schädler, Fabian Schmand, Matthias Kremer (Max-Planck-Gymnasium Trier), 3. Tim de Boer, Pascal Trapp (Max-Planck-Gymnasium Trier) und Jan Bielecki (Friedrich-Spee-Gymnasium Trier) Fachgebiet PhysikFrederike Schmitt, Franziska Sonnen, Ann-Kristin Seiwert (St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg), 2. Kay Bürcky (Priv. Gymnasium Weierhof am Donnersberg Bolanden), 3. Jörg Schmeiser (Priv. Gymnasium Weierhof am Donnersberg Bolanden) Fachgebiet TechnikLeander Nielbock, Jonas Kloster (Gymnasium Gonsenheim Mainz), 2. Thorben Frey, Antonio Klippel (Priv. Bischöfl. Willigis-Gymnasium Mainz), 3. Moritz Lübken, Jan Bölter (St.-Willibrord-Gymnasium Bitburg) Jugend forscht Fachgebiet BiologieDaniel Dimanski (Berufsbildende Schule Cochem), 2. Eva Spukti (Humboldt-Gymnasium Trier), 3. Sophia Dollmann, Larissa Linster (Gymnasium Saarburg) Fachgebiet ChemieFlorian Müller (St.-Matthias-Gymnasium Gerolstein), 2. Katharina Becker, Sinje Lauxen, Tobias Tix (Regino-Gymnasium Prüm), 3. Franziska Dax, Jana Mohr (Martin-von-Cochem-Gymnasium) Fachgebiet Mathematik/InformatikSimon Felten (Gymnasium Saarburg), 2. Pierre-Jordan de Amezaga (Max-Planck-Gymnasium Trier), 3. Lukas Faber, Patrick Ferber, Patrick Neises (Max-Planck-Gymnasium Trier) Fachgebiet PhysikTimm Piper (Martin-von-Cochem-Gymnasium Cochem), 2. Björn Ringeisen (Nikolaus-von-Kues-Gymnasium Bernkastel-Kues), 3. Patrick Feller, Julius Gorges, David Koch (Gymnasium Hermeskeil)