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Großer Schreckensmoment in Geisfeld - Rund 130 Helfer eilen nach Busunfall mit 45 Kindern zur Unfallstelle

Großer Schreckensmoment in Geisfeld - Rund 130 Helfer eilen nach Busunfall mit 45 Kindern zur Unfallstelle

Diese Heimfahrt werden 45 Schulkinder wohl nie mehr vergessen: Sie haben in einem Bus gesessen, der am Montagmittag bei einem Unfall nahe Geisfeld in den Straßengraben schleuderte und dort umstürzte. Etwa 130 Einsatzkräfte waren vor Ort, um Hilfe zu leisten. Bei allem Schreck überwog bei den Beteiligten am Ende die Erleichterung über den vergleichsweise glimpflichen Ausgang.

Geisfeld. Auf der Kreisstraße 98 stehen vor dem Ortseingang von Geisfeld in einer langen Reihe Feuerwehrautos, Rettungswagen und Polizeifahrzeuge mit Blaulicht. Auf der Wiese nebenan sind drei Rettungshubschrauber gelandet. Davor stehen in mehreren Gruppen in Wolldecken gehüllte Kinder, die teilweise weinen und von ihren Eltern getröstet werden müssen.
Schon allein die Beschreibung dieser Szenen zeigt: Es war kein Unfall wie jeder andere, der sich am Montagmittag in der Nähe des Hochwaldorts ereignet hat.
Nach dem Unterrichtsende um 13 Uhr sind 45 Kinder am Hermeskeiler Schulzentrum oder am Donatusplatz in den Linienbus gestiegen, der sie wie immer über Abtei und Geisfeld zu weiteren Stationen in der Verbandsgemeinde Thalfang bringen soll. Doch kurz vor Geisfeld endet die Fahrt gegen 13.37 Uhr abrupt und mit einem großen Schrecken.
Der Schulbus gerät in einer Kurve ins Schleudern. Er rutscht in eine steile Böschung und kippt dort zur Seite. "Ich habe nur gesehen, dass uns ein Auto entgegengekommen ist und der Bus einen Schlenker gemacht hat. Dann haben wir schon im Graben gelegen. Irgendjemand hat dann hinten die Scheibe eingeschlagen, und wir sind rausgekrabbelt", erzählt der Achtklässler Maximilian Schömer aus Thalfang. Von dort kommt auch Elias Fuchs. "Ich konnte mich noch an einer Stange festhalten. Viele lagen aber auf dem Boden." Er habe ein paar Kinder gesehen, die sich wegen der kleinen Scherben leicht geschnitten hätten. Auch ein dorniges Gebüsch war draußen noch im Weg. "Natürlich war das alles ein Riesenschreck. Aber es ist zum Glück nichts ganz so Schlimmes passiert", sagen Schömer und seine Klassenkameradin Victoria Stojanov.
Die 51-jährige Busfahrerin wird bei der Kollision allerdings leicht verletzt und erleidet einen Schock. Sie bleibt deshalb stationär im Krankenhaus. Wie sich später herausstellt, haben auch acht Kinder Prellungen oder Schürfwunden davongetragen, die vorsorglich ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Etliche Kinder hätten auch sichtlich geschockt gewirkt, sagt ein Arzt später dem TV.
Sehr bestürzt ist eine Mutter aus Thalfang, die ihre in Tränen aufgelöste Tochter im Arm hält. "Es ist ein Alptraum. Sie muss ja morgen eigentlich wieder mit dem Bus fahren. Ich weiß nicht, wie ich sie dazu überreden soll", sagt die Frau. 19 Kinder, die nicht schon von ihren (meist mit dem Handy herbeigerufenen) Eltern abgeholt wurden, fahren wenig später ins Bürgerhaus Geisfeld, wo sie medizinisch, aber auch psychologisch betreut werden.
Koordiniert wird das Geschehen am Unfallort von Einsatzleiter Christoph Borresch. Der Hermeskeiler Wehrleiter hat etwa 50 Feuerwehrleute aus der VG nach Geisfeld beordert. Dazu kommen noch insgesamt etwa 80 Notärzte, Rettungsdienstler und Polizeibeamte. Michael Wahlen, Leiter der Hermeskeiler Polizeiinspektion, betont: "Man kann von Glück sagen, dass bei diesem Unfall nicht mehr passiert ist." Wie es genau zu der Kollision kam, steht nach seiner Aussage aber nicht zweifelsfrei fest. Dass zum Zeitpunkt des Unfalls dem Bus ein weißes Fahrzeug entgegenkommen ist, sei zwar unstrittig. Ob diese Tatsache aber in unmittelbaren Zusammenhang mit dem Unfall stehe, sei noch offen. Das müssten erst die weiteren Ermittlungen ergeben, so Wahlen. Die Kreisstraße 98 war wegen der Bergungsarbeiten mehrere Stunden voll gesperrt.