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Großer Shakespeare - kleine Bühne

Großer Shakespeare - kleine Bühne

Die Schauspieltruppe von dastheater-freie-Gruppe-Trier hat im Konzer Kloster Karthaus, eine radikal reduzierte "Macbeth"-Fassung nach William Shakespeare aufgeführt. Dieser Abend sollte als Probelauf für weitere Kulturveranstaltungen - abseits der bereits etablierten und erfolgreichen Konzerte - dienen.

Konz. (dt) Wer den großen Saal des Konzer Klosters Karthaus schon von den erfolgreichen und beliebten Musikveranstaltungen kennt, mag sich am Donnerstag gewundert haben. Die Bühne, spärlich ausgestattet und beleuchtet, diente als Kulisse für ein Theaterstück. Und was für eins: "Macbeth" von William Shakespeare, einer der großen Klassiker der Theaterliteratur, und das seit 400 Jahren.

Ein blutrünstiges Schauspiel um Macht und Besessenheit, in dem der Kriegsheld Macbeth, auf Drängen seiner ehrgeizigen Lady, zum Königsmörder und dann selbst zum Tyrannen wird. Er zerbricht jedoch an seinem Zwiespalt und seiner Schuld, die Lady verfällt dem Wahnsinn und er selbst wird von seinen einstigen Weggefährten gerichtet. Großes Theater und schwere Kost sollte man meinen.

Diese Inszenierung jedoch, von dem bekannten tschechischen Schriftsteller und Dissidenten Pavel Kohout in den 1970er Jahren bearbeitet, um das Aufführungsverbot an den großen staatlichen Bühnen zu umgehen, reduziert das Stück auf vier Schauspieler in kammerspielartiger Kulisse. Diese - allesamt sehr ambitionierte Amateure mit unterschiedlicher Theatererfahrung - bieten insgesamt gesehen eine ansprechende Leistung, Sie verheben sich allerdings ein wenig mit dem schweren Stoff.

Mal ist es die Nähe zum Publikum, die Gesten übertrieben wirken lässt, mal falsche Technik, wenn ganze Sätze unverständlich bleiben. Schade um die großen Shakespearéschen Dialoge.

Und schauspielerisch einen Betrunkenen zu mimen, ohne in unverständlichen Slapstick abzu gleiten, ist selbst für erfahrene Profis eine Herausforderung. Andrejas Schnell, Julia Kubiak, Miriam Keldenich und Janine Stibale spielen mutig und engagiert, teilweise aber zu bedrückt, betroffen, betrunken. Vielleicht eignet sich das Stück aber auch einfach nicht für eine so minimalistische Fassung, die den Zuschauer doch etwas ratlos zurücklässt.

Marita Souville vom Konzer Kulturbüro jedenfalls sieht den Abend als Testlauf für ähnliche Veranstaltungen, sie möchte das kulturelle Angebot noch erweitern und interessanter machen.