Großes Bedauern über Absage

Die Rallye-Weltmeisterschaft wird am 25. August nicht mit einer Wertungsprüfung in den Hochwald kommen (der TV berichtete). Dies bedauern die kommunalen Entscheidungsträger im Raum Hermeskeil und Kell sehr. Durch die Absage wird ein ideeller und finanzieller Verlust in der Tourismus-Branche befürchtet.

Hermeskeil/Gusenburg/Kell. Für die Motorsportfans war es zwei Mal ein großes Spektakel. 2010 und 2011 hatten jeweils rund 20 000 Zuschauer die weltbesten Rallyepiloten angefeuert, als diese mit ihren Boliden über die Schotterpisten auf dem ehemaligen Übungsplatz der Hochwaldkaserne rasten. 2011 kam sogar noch ein weiterer Anziehungspunkt dazu. Auf dem Bilstein-Werksgelände in Mandern machte der Rallyetross zwischen zwei Prüfungen einen längeren Boxenstopp, der Tausende Autogrammjäger lockte.
Hoher Schotteranteil


Doch mit der erhofften Neuauflage ist es zumindest für 2012 "Essig". Nach einer Regel-Änderung des Weltverbands dürfen keine Wertungsprüfungen mehr mit unterschiedlicher Oberflächenstruktur gefahren werden. Das aber war bei der Prüfung Hermeskeil/Gusenburg der Fall. Denn die Strecke weist neben Asphalt auch einen hohen Schotteranteil auf.
Die Rallye-Weltmeisterschaft zeigt dem Hochwald in diesem Jahr also mitten im heißen Sommer die kalte Schulter.
Stadtbürgermeister Udo Moser war wie alle anderen Amtsinhaber von Rallyeleiter Armin Kohl "vorgewarnt" worden. Er bedauert aber dennoch die Tatsache, dass es in diesem Jahr keine Rallye-WM vor Ort geben wird. "Diese Veranstaltung war ein begrüßenswerter wirtschaftlicher Faktor für die Stadt gewesen. Sie wurde auch von den städtischen Vereinen positiv begleitet, für die es mir natürlich auch leid tut. Der Veranstalter hat betont, dass er gerne mit uns weitergearbeitet hätte."
Ihr Bedauern über den "Verlust eines Höhepunktes im Veranstaltungsjahr" äußerte auch die Leiterin der Tourist-Information Hermeskeil, Claudia Fuchs. "Wir haben anhand der Buchungsanfragen erlebt, welche Ausstrahlungskraft diese Veranstaltung für Hermeskeil und das Umland hatte. Die Rallye hat viele Tagesbesucher hierhin gezogen. Das wird in diesem Jahr fehlen."
Bürgermeister Josef Barthen aus Gusenburg erläutert detailliert, wie sich Bürger und Vereine auf die Rallye-WM "vor der Haustür" vorbereitet hätten. "Es wurde eigens eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts unter Federführung der Gemeinde gegründet, um das Ganze auch steuerlich korrekt abzurechnen. Etwa zehn Vereine aus dem Ort waren beteiligt. Das war eine gute Partnerschaft mit dem Veranstalter", sagte Barthen, der betonte, "dass die Rallye kaum Schäden verursacht hat. Das Wenige, was war, wurde problemlos reguliert. Dass eine Gemeinde unserer Größenordnung sich weltweit so darstellen konnte, war einzigartig."
Auch Kell und Mandern betroffen


Betroffen von der Absage ist auch der Raum Kell am See/Mandern, wo die Rallye auf dem Werksgelände der Firma Bilstein ein sogenanntes "Regrouping" um die Mittagszeit machte. "Man konnte sehen, welche Werbewirksamkeit diese Veranstaltung mit den vielen Tausend Besuchern an diesem Tag hatte", sagte Verbandsbürgermeister Werner Angsten. "Ich empfinde die Absage als sehr schade, zumal wir das Ereignis bereits im Veranstaltungskalender für 2012 aufgenommen hatten.
Wir wollten mit Feuerwehren und freiwilligen Helfern einen Beitrag zur perfekten Gastgeber-Rolle liefern. Auch das Werk Bilstein hatte sich stark engagiert. Das warf auch ein positives Licht auf diesen Arbeitgeber."
Jetzt hoffen alle Betroffenen im Hochwald auf das Jahr 2013, wenn Volkswagen offiziell in die Rallye-WM einsteigen wird und sich dann wieder etwas an den Regeln ändern wird.