Großes Lob vom Ex-Ministerpräsidenten: Bernhard Vogel besucht Freilichtmuseum in Konz

Großes Lob vom Ex-Ministerpräsidenten: Bernhard Vogel besucht Freilichtmuseum in Konz

Er hat als Kultusminister im Jahr 1970 das Konzer Freilichtmuseum eröffnet. Jetzt kam Bernhard Vogel, um sich auf dem Roscheider Hof umzuschauen. Und fand dabei anerkennende Worte für die Arbeit des Museumteams.

Sein Terminkalender funktioniert. Pünktlich und ohne politikerübliche Verzögerungen erscheint Bernhard Vogel im Foyer des Konzer Freilichtmuseums. Und macht mit Auftreten und Gestik sogleich deutlich: Die gut 60 Minuten auf dem Roscheider Hof sind für den ehemaligen Ministerpräsidenten der Länder Rheinland-Pfalz und Thüringen mehr als nur ein Pflichttermin.

Helge Klaus Rieder, Vorsitzender des Trägervereins und ehrenamtlicher Leiter, hatte an Bernhard Vogel geschrieben, um dem nach wie vor renommierten Politiker den Roscheider Hof vorzustellen. Und Vogel war es gelungen, in seinem immer noch prall gefüllten Kalender einen Termin freizumachen.

Es ist ein Informationsgespräch, das Rieder und Besuchermanagerin Ulrike Trilsbach mit Vogel führen. Der muss wohl auch an der Eröffnung im Jahr 1970 teilgenommen haben, obwohl dieser Termin in seiner Erinnerung längst von Wichtigerem überlagert ist. Gleichwohl, sein Interesse ist da. Bernhard Vogel geht mit großer Aufmerksamkeit durch den Hof im Haupthaus, den Rosengarten und dann durchs historische Dorf. Er macht am Dach des Gutshofs "hervorragende Arbeit" aus und erfährt, dass die Dachsanierung erst kürzlich abgeschlossen wurde und dringend notwendig war. Vogel interessiert sich für die Grenzsteine am Eingang zum Rosengarten und fühlt sich dann, mitten in den Rosenbeeten, offensichtlich rundum wohl.

Großenteils ehrenamtlich werde das Museum geführt und gepflegt, erfährt er. Und sagt dann Bedenkenswertes: So wichtig das Ehrenamt auch sei, Basis müsse die bezahlte Arbeit bleiben, denn die allein sichere Kontinuität. Das ist auch der passende Zeitpunkt, um nochmals auf die personelle Unterbesetzung im Freilichtmuseum aufmerksam zu machen. Bernhard Vogel jedenfalls nimmt das Problem freundlich und aufmerksam zur Kenntnis, auch wenn er unmittelbar wenig daran ändern kann. Manches ist neu für den gestandenen Politiker.

Zum Beispiel, dass im sogenannten Hunsrückdorf tatsächlich Häuser stehen, die auf dem Hunsrück vor dem Abriss gerettet wurden. Oder dass der Bahnhofs-Schuppen wirklich vom Konzer Bahnhof stammt und kein Fantasieprodukt ist. All das hinterlässt bei Vogel sichtlich Eindruck. Schön sei das hier, sagt er. Ja, und selbstverständlich könne man seine Person erwähnen, wenn es um Unterstützung für den Roscheider Hof gehe.

Und dann formuliert Bernhard Vogel ein prägnantes Resümee. Er sei beeindruckt über die Initiativkraft hier. Er sei erfreut über die geleistete Arbeit. Und er sei dankbar für das Interesse, das ihm entgegengebracht worden sei. möExtra

Bernhard Vogel, geboren am 19. Dezember 1932, wurde 1967 als Kultusminister in die von Peter Altmeier geführte Landesregierung von Rheinland-Pfalz berufen. Am 2. Dezember 1976 wählte ihn der rheinland-pfälzische Landtag als Nachfolger von Helmut Kohl zum Ministerpräsidenten. Nach einem heftigen innerparteilichen Streit der CDU stellte Vogel im Jahr 1988 sein Amt als Ministerpräsident zur Verfügung. 1992 wurde er zum Ministerpräsidenten des Freistaates Thüringen gewählt. Aus Altersgründen trat Vogel 2003 zurück. Bernhard Vogel war von 1989 bis 1993 und von 2001 bis 2009 Vorsitzender der Konrad-Adenauer-Stiftung. mö