Großes Symbol der Freundschaft

Mehr als eine Fußgängerbrücke ist für Konz und insbesondere das Wohngebiet Berendsborn ein Bauwerk, mit dem seit einem halben Jahrhundert die Freundschaft mit der Partnerstadt Brienon in Beton gegossen ist. Die Feiern beider Kommunen sind bereits vorbei, doch nach der Grundsanierung fehlte noch die offizielle Einweihung des Bauwerkes, das jetzt wieder als Schmuckstück erstrahlt.

Konz. In weitem Schwung erhebt sich die Brücke, die Fußgängern in Konz das sichere Überqueren der Bahngleise ermöglicht. Seit 1966 trägt sie den Namen der Partnerstadt Brienon und ist damit einer der ältesten Zeugnisse deutsch-französischer Annäherung der ehemaligen Erbfeinde in ganz Deutschland. Die Wiedereinweihung fiel sehr feierlich aus.
"Das ist ein sichtbares Zeichen unserer Freundschaft", darin sind sich Bürgermeister Karl-Heinz Frieden und der künftige Vorsitzende des Partnerschaftskomittees in Brienon, François Clerin, einig. Beide äußerten sich fast wortgleich. Die Brücke sei heute mehr denn je ein Symbol für Frieden in ganz Europa, betonte der Gast aus Frankreich außerdem.
Deutlich wird der Stolz auf die Brücke, die nachweislich täglich von rund 400 Menschen genutzt wird, in der Stimme von Karl-Peter Jochem von dem Verein, der das Wohngebiet Berendsborn lebens- und liebenswert erhält: "Dieses Bauwerk setzt auch architektonisch Akzente." Er sei froh, dass sich der Stadtrat zu einer Sanierung entschlossen hat. Gerade Bürger aus diesem Wohngebiet setzten sich vehement für den Erhalt der Brücke ein.
Konzer Gemeinschaftsgefühl


Landrat Günther Schartz lobte diesen leidenschaftlichen Einsatz: "Hier strahlt das Konzer Gemeinschaftsgefühl." Doch der Zahn der Zeit nagte an dem Bauwerk. Die Entscheidung zwischen Sanierung und Abriss fiel nicht leicht (der TV berichtete mehrfach).
Rund 466 000 Euro stehen für die Sanierungsarbeiten im Haushalt. "Wir werden die Kosten unterschreiten", ist der planende Ingenieur Bernd Wagner sicher. Genaue Zahlen hat er noch nicht. 250 000 Euro kamen als Zuschuss vom Land. Ein Abriss, der früher oder später unvermeidlich gewesen wäre, hätte nur 130 000 Euro weniger gekostet.
Neuer Berührungsschutz


Ein besonderes Stilelement ist jetzt der Berührungsschutz, der vorgeschrieben ist, denn in der Oberleitung der Bahn fließen 15 000 Volt. Die Brücke wurde neu gestrichen und erstrahlt in neuem Glanz. Sie ist zwar barrierefrei zu nutzen, aber, so erklärt Wagner: "Der Steigungswinkel ist leider höher als die heute maximal erlaubten sechs Grad."
Pastor Georg Dehn segnete die Brücke ein. Die deutsche, französische und Konzer Flagge waren aufgezogen worden. Die Original Konzer Musikanten - eine Gruppe, die sich zum Jubiläum der Freundschaft gebildet hatte - spielten nach der Freigabe durch das Durchtrennen eines blauen Bandes die französische und deutsche Nationalhymne. Rund 100 Teilnehmer sangen mit.Extra

 Der achtjährige David, Bürgermeister Karl-Heinz Frieden (links daneben), Confluentia Marion II. von Konz (närrische Alleinherrscherin in vollem Ornat) und Landrat Günther Schartz (Zweiter von rechts) durchtrennen das Band zur symbolischen Freigabe der Brücke.
Der achtjährige David, Bürgermeister Karl-Heinz Frieden (links daneben), Confluentia Marion II. von Konz (närrische Alleinherrscherin in vollem Ornat) und Landrat Günther Schartz (Zweiter von rechts) durchtrennen das Band zur symbolischen Freigabe der Brücke. Foto: Herbert Thormeyer (doth), Herbert Thormeyer ("TV-Upload Thormeyer"

Fest in Brienon: Vor rund vier Wochen ist die sogenannte Jumelage in Brienon gefeiert worden. "Auf dem Rathausplatz gab es ein großes Showprogramm mit Musik und Tanzgruppen", erzählt die Partnerschaftsbeauftragte der Stadt, Marita Souville. Auf dem Programm standen ein Orgelkonzert und die Aufführung historische Szenen. "Da sind 800 Bürger gekommen", sagt Francois Clerin, der künftige Vorsitzende des Partnerschaftskomittees, stolz. Die Ölmühle in Brienon habe eigens ein Nussöl als Erinnerung an die bewährte Freundschaft gepresst. In beiden Kommunen werden Informationstafeln an die nun schon ein halbes Jahrhundert währende Freundschaft zwischen den Städten erinnern. doth