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"Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit"

"Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit"

HERMESKEIL/MAINZ. (red/ax) Das Mainzer Innenministerium hat die Kritik des Verbandsgemeinderats Hermeskeil am Konversions-Kurs der Landesregierung als "unbegründet" zurückgewiesen. Man werde Hermeskeil, wie zugesagt, bei der Bewältigung der Konversion unterstützen, heißt es in einer Stellungnahme der Bruch-Behörde.

Die Forderung des Verbandsgemeinde-Rats war deutlich und ultimativ. Bis zum 20. Februar soll die Landesregierung den Hermeskeilern das Ergebnis eines Gutachtens vorlegen und darlegen, welche Konversions-Projekte Mainz in der Hochwaldstadt fördern will. Mehrere Ratsmitglieder sowie Bürgermeister Michael Hülpes hatten in diesem Zusammenhang die Informationspolitik des Landes offen kritisiert (der TV berichtete). Das Mainzer Innenministerium hat jetzt auf diese Vorwürfe reagiert und sie mit Nachdruck zurückgewiesen. "Die Konversionsüberlegungen am Standort Hermeskeil sind von Beginn an in enger Abstimmung mit der kommunalen Seite entwickelt und vorangebracht worden", betont Pressesprecher Eric Schaefer. In enger Abstimmung mit der Kommune

So habe bereits im Dezember 2004 ein Arbeitsstab der Landesregierung Hermeskeil besucht, Gespräche mit den Verantwortlichen vor Ort geführt und Lösungsmöglichkeiten zur Bewältigung des Bundeswehr-Abzugs erörtert. Auf dieser Grundlage und aufgrund "ergänzender interner Untersuchungen" der Universität Kaiserslautern seien anschließend Maßnahmenvorschläge ausgearbeitet worden, die im August letzten Jahres der kommunalen Seite vorgestellt und einvernehmlich diskutiert wurden, heißt es in der Pressemitteilung weiter. "Zuletzt bestand regelmäßiger Telefonkontakt zwischen dem Innenministerium und Bürgermeister Hülpes", so Schaefer. Der Pressesprecher weist darauf hin, dass das Mainzer Konversionskabinett diese Vorschläge bereits im Dezember gebilligt habe. Eine schriftliche Information der betroffenen Kommunen über die Ergebnisse dieser Sitzung sowie weitere Abstimmungsgespräche "stehen unmittelbar bevor", sagt Schaefer. Mit Blick auf die Schließung der Hochwald-Kaserne Ende des Jahres besteht nach Auffassung des Innenministeriums ohnehin kein besonderer zeitlicher Druck. Das laufende Jahr 2006 sollte vielmehr zur weiteren Konzeptentwicklung genutzt werden. "Konversion ist immer ein langer Prozess. Alle Beteiligten benötigen dazu auch Geduld, denn Gründlichkeit geht vor Schnelligkeit, das haben eineinhalb Jahrzehnte Konversionserfahrung eindeutig gezeigt", betont Schaefer. "Konkrete Kompensationsmaßnahmen" könnten ohnehin erst frühestens ab dem Jahr 2007 umgesetzt werden, weil das Land haushaltsrechtlich an den Doppel- etat 2005/06 gebunden sei.Schwimmbad-Sanierung mehr als Peanuts

Es sei im Übrigen sehr verwunderlich, wie gering offenbar die Zusage von Innenminister Karl Peter Bruch, das Schwimmbad zu sanieren, seitens der Verantwortlichen in Hermeskeil geschätzt werde. "Hierbei handelt es sich sicherlich nicht um Peanuts. Andere Kommunen würden sich über eine solche Zusage freuen", erklärt Schaefer abschließend.