Grüne fordern in Konz, dass die öffentliche Hand auf Fairtrade und Öko-Produkte setzt

Faire Produkte : Konzer Grüne fordern faire und ökologische Produkte

Die Grünen im VG-Rat bringen einen Antrag ein, fair gehandelte und ökologisch produzierte Waren zu nutzen.

Das politische Jahr beginnt in der Verbandsgemeinde Konz mit einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Donnerstag, 16. Januar. Es geht dann unter anderem um einen Antrag der Grünen. Die Fraktion will die Verwaltung, Schulen und öffentlichen Einrichtungen in der Verbandsgemeinde Konz dazu bringen, dass sie sich bei Neuanschaffungen schrittweise auf fair gehandelte und ökologische Produkte umstellen. Konkret geht es den Grünen um Kleidung, Textilien, Sportartikel, Spielwaren, Computer, Hardware, Natursteine und Agrarprodukte.

Wenn solche Waren gebraucht würden, sollten ökologische Kriterien und Arbeitsnormen bei der Produktion erfüllt werden, führt die Partei aus. Das müsse durch entsprechende Siegel belegt werden, heißt es weiter. Regionale Produkte könnten auch ohne Siegel übernommen werden, wenn nachgewiesen werde, dass sie umweltschonend und nachhaltig produziert würden. „Die zuständigen Mitarbeiter der Verwaltung werden professionell geschult, um die rechtlichen Möglichkeiten zur Einhaltung von öko-sozialen Kriterien ausschöpfen zu können.“

Die Partei begründet den Antrag damit, dass die öffentliche Hand in Deutschland insgesamt 500 Milliarden Euro jährlich investiert. 60 Prozent des Geldes würden in Kommunen ausgegeben. Die Umsetzung von ökologisch-sozialen Vorgaben bei den Investitionen in den Kommunen birgt aus Sicht der Grünen großes Potenzial, Klimaschutz und Nachhaltigkeit in den Kommunen zu stärken. „Die Verbandsgemeinde Konz kann mit gutem Beispiel für nachhaltiges Produktions- und Konsumverhalten vorangehen, denn ihre Vorbildwirkung wird auch Bürgerinnen und Bürger überzeugen, dass der Einsatz nachhaltiger Produkte die Umwelt schont, auf lange Sicht Geld spart und zu weltweiter Gerechtigkeit beiträgt“, heißt es in dem Antrag.

Mit dem Antrag modifizieren die Grünen in Konz einen Ansatz, den sie schon im Oktober im Stadtrat eingebracht hatten. Damals wollten sie erreichen, dass die Stadt Konz an der Kampagne Fairtrade-Town teilnimmt, bei der es darum geht, Geschäfte, Cafés, Verwaltung und Schulen dazuzubringen, auf Produkte mit dem Fairtrade-Siegel zu setzen. Der Vorschlag war damals in dieser Form abgelehnt worden, Aus der CDU gab es damals Kritik, dass die Teilnahme an der Kampagne nicht weit genug gehe. Nachhaltigkeit und Regionalität müssten eine größere Rolle spielen. Zudem verbesserten sich die Lebensbedingungen der einfachen Landarbeiter nicht durch das Fairtrade-Siegel, bezog sich ein CDU-Mitglied auf einen Medienbericht. Das Geld bleibe auf der Ebene der Genossenschaften hängen. Deshalb solle Konz stattdessen regionale Produzenten berücksichtigen.