Grüne widersprechen Plänen für gemeinsamen Windpark
Weiskirchen/Waldweiler · Den Meldungen, dass Weiskirchen mit Waldweiler einen grenzüberschreitenden Windpark plane, widerspricht der Sprecher der Grün-Alternativen Liste im Weiskircher Gemeinderat, Henry Selzer. Allerdings räumt er die Möglichkeit ein, mit der benachbarten Gemeinde Waldweiler Gespräche zu führen.
Weiskirchen/Waldweiler. Henry Selzer, Sprecher der Fraktion der Grün-Alternativen Liste (GAL) im Weiskircher Gemeinderat, kann angesichts mancher Schlagzeilen der jüngsten Zeit nur den Kopf schütteln: "Wiederholt tauchen in der Presse Berichte auf, wonach die Gemeinde Weiskirchen einen grenzüberschreitenden Windpark mit dem benachbarten Waldweiler in Rheinland-Pfalz plant", erklärt der Grünen-Politiker. Doch es sei nichts daran: "Der Rat hat keine Beschlüsse zur Errichtung eines grenzüberschreitenden Windparks gefasst, schon gar nicht mit der Firma Juwi, die in diesen Berichten immer erwähnt wird", stellt Selzer klar.
Aktuelle Beschlusslage im Rat sei die, dass ein Standortgutachten in Auftrag gegeben wurde, das jetzt durch eine landesweite Windpotenzialstudie des Umweltministeriums ergänzt wurde. Diese Untersuchungen sollen alternative Standorte für Windkraftanlagen herausarbeiten, nachdem die ursprünglichen Pläne der Gemeinde, im Weiskircher Wildpark drei Windräder zu errichten, am Widerstand insbesondere der Hochwaldkliniken gescheitert sind und vorläufig aufgegeben wurden. "Die Ergebnisse des Standortgutachtens und der Windpotenzialstudie sollen gegen Ende der großen Ferien der Öffentlichkeit vorgestellt werden", stellt Selzer klar.
Es ergebe sich zwar aus diesen beiden Untersuchungen, dass die Erhebung Schimmelkopf die am besten geeignete Fläche für die Nutzung der Windenergie sei. Der Schimmelkopf sei auch bei den Berichten über den grenzüberschreitenden Windpark stets als der Weiskircher Standort für Windkraftanlagen genannt worden, während Waldweiler die Rotoren am Teufelskopf errichten will.
"Aber wir wollen diesen Windkraftstandort in eigener Regie erschließen und planen", betont Selzer. Zumal es sich aufgrund unterschiedlicher Landesgesetze um zwei unterschiedliche Planungsverfahren handele. So herrsche auch Konsens unter den Fraktionen von CDU, FDP und GAL im Gemeinderat, dass die Änderung des Flächennutzungsplanes für den vorgesehenen Standort am Schimmelkopf umgehend auf den Weg gebracht werden soll. Allerdings sei die Dimension der Anlagen, die Weiskirchen am Schimmelkopf plant, deutlich kleiner als die zuletzt ins Spiel gebrachten 7,5 Megawatt - dafür würden extrem hohe Windräder benötigt.
Henry Selzer: "Bisher ist gesprochen worden über eine Gesamtleistung von 2,5 bis drei Megawatt. Ob das dann vier oder sechs Räder sein werden, die dafür benötigt werden, das ist noch offen." Diese Position sei noch von keinem Mitglied der CDU-, FDP- und GAL-Fraktion in Weiskirchen infrage gestellt worden. Auch herrsche innerhalb dieser drei Fraktionen Einigkeit, dass es bei dem geplanten Windpark auf jeden Fall bestimmte Formen der Bürgerbeteiligung geben soll, zum Beispiel über ein Genossenschaftsmodell. "Es ist lediglich die Frage, auf welche Weise und durch wen diese Beteiligungsmodelle verwirklicht werden", hebt Selzer hervor.
Gleichwohl, das räumt er ein, könne es gewisse Formen der Zusammenarbeit mit der rheinland-pfälzischen Nachbargemeinde geben: "Wenn es sich ergibt, dass es Sinn macht, die Infrastruktur in diesem Gebiet gemeinsam zu schaffen und zu nutzen, sollten wir darüber mit Waldweiler reden." Dass immer wieder über einen grenzüberschreitenden Windpark spekuliert werde, hat für ihn vor allem mit wirtschaftlichen Interessen der Betreiber zu tun: "Die Firma Juwi bringt sich hier auf sehr unangenehme Weise selbst ins Spiel."