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Grüner Höhenflug bringt SPD zum Absturz

Grüner Höhenflug bringt SPD zum Absturz

Große Gewinne für die Grünen, eine bittere Niederlage für die SPD und ein CDU-Kandidat, der sich trotz Stimmenverlusten den Sieg sichert: So lässt sich das Geschehen im Wahlkreis 26 auf einen Nenner bringen.

Konz/Saarburg. Bernhard Henter (CDU) hat am Sonntag das Duell gegen Alfons Maximini (SPD) mit 530 Stimmen Vorsprung für sich entschieden. Der 52-jährige Christdemokrat aus Konz zieht damit direkt in den Landtag ein. Während Maximini seinen Platz im Parlament verliert, schafft die Grünen-Kandidatin Stephanie Nabinger über die Liste den Sprung nach Mainz. Das sind im Gesamtergebnis des Wahlkreises 26 die wichtigsten Erkenntnisse des Urnengangs. Doch wie ist die Wahl in den beiden VG Konz und Saarburg gelaufen? Der TV gibt einen Überblick.

VG Konz: Sowohl Maximini als auch Henter sind in Konz zu Hause. Das Ergebnis in dieser VG ist eine Prestigefrage. Dem im Wahlkreis unterlegenen SPD-Kandidaten gelang es immerhin, in seiner Heimat die Oberhand zu behalten. Maximini errang auf VG-Ebene einen Erststimmenanteil von 37,8 Prozent und lag damit 0,6 Punkte vor Henter. Gegenüber 2006 verloren beide Kandidaten in etwa gleich viel an Zustimmung. Henters Minus lag bei 5,1 Prozent, das von Maximini betrug 5,3 Prozent. Persönlich hat sich der SPD-Kandidat damit deutlich achtbarer als seine Partei geschlagen. Bei den Zweitstimmen erlebten die Genossen mit einem Rückgang von 12,8 Prozent ein großes Fiasko.

In der Stadt Konz lagen Maximini und Henter praktisch gleichauf. Beide landeten dort bei 37,6 Prozent. Maximini bekam 3077 Erststimmen - drei mehr als Henter. Dass sich der SPD-Bewerber gegen das Golfparkprojekt ausgesprochen hatte, verhalf ihm in Temmels zu seinem besten Ergebnis. In dem Ort, der diese Pläne ablehnt, erzielte Maximini 52,3 Prozent. Ebendort schnitt Henter mit 28,9 Prozent der Erststimmen am schwächsten ab. Dafür lag der CDU-Mann in den traditionellen schwarzen Hochburgen Pellingen (49,1 Prozent) und Onsdorf (44,9 Prozent) weit vor seinem Widersacher. Die Grünen katapultierten sich mit 18 Prozent der Zweitstimmen weit nach oben. Sie legten damit 13,4 Punkte zu. Nabinger steigerte das Erststimmenergebnis gegenüber 2006 von 6,1 auf 15,6 Prozent.

Am größten war die Zustimmung für Nabinger in Wasserliesch mit 20,9 Prozent. FDP-Bewerber Tobias Beck erzielte VG-weit 4,4 Prozent und lag mit diesem Wert vor dem Zweitstimmenergebnis der Liberalen (3,8 Prozent). In seinem Heimatort Nittel heimste Beck mit 15,2 Prozent das beste Resultat ein.

VG Saarburg: Im Duell Maximini gegen Henter war das Ergebnis in der VG Saarburg für den gesamten Wahlkreis ausschlaggebend. Henter lag mit 39,9 Prozent klar vor Maximini (34,6 Prozent). Konkret bekam der CDU-Mann 545 Erststimmen mehr. 2006 hatte Maximini noch mit 43,8 Prozent vor Henter (43,1 Prozent) gelegen. Stark schnitt der Sozialdemokrat nur in Freudenburg (47,8 Prozent) ab. In Fisch - der Heimat von Henters Vorgänger Dieter Schmitt - erlebten Maximini und seine Partei mit 25,6 Prozent der Erst- beziehungsweise 28,6 Prozent der Zweitstimmen ihr Waterloo. Henter erzielte seine besten Ergebnisse in Kirf (57,1 Prozent) und in Merzkirchen (52,4 Prozent) - also ausgerechnet in Orten, die zum einen nahe am Atomkraftwerk in Cattenom liegen, zum anderen das Zuhause der Grünen-Kandidatin sind. Zwar hatte Nabinger in Merzkirchen mit 15 Prozent weniger Erststimmen geholt, als es ihr VG-weit mit einem Anteil von 16,2 Prozent gelang. Dafür stand sie in Mannebach (23,5 Prozent) und Schoden (20,2 Prozent) hoch in der Wählergunst. Bei der Erststimme lag der Zuwachs der Grünen gegenüber 2006 bei 10,9 Prozent, bei den Zweitstimmen sogar bei zwölf Prozent. FDP und Linke landeten abgeschlagen bei 3,2 beziehungsweise drei Prozent. Mehr zur Wahl in Trier lesen Sie auf Seite 11.

HINTERGRUND: ZUKUNFT VON ALFONS MAXIMINI



Alfons Maximini hat sein Landtagsmandat verloren und wird nur noch bis Mai offiziell Abgeordneter sein. Der TV wollte vom SPD-Mann wissen, wie es für ihn persönlich und politisch weitergeht. "Ich habe mich heute bei der Arbeitsagentur als arbeitssuchend gemeldet", sagte Maximini am Montag. Bis 2003 arbeitete er als Diplomingenieur bei den RWE. Als er 2006 in den Landtag gewählt wurde, befand er sich im Vorruhestand. "Ich hoffe, dass ich das Vorruhestandsmodell jetzt weiterführen kann", so Maximini. Seine kommunalpolitischen Ämter - den Fraktionsvorsitz im Kreistag und im Stadtrat Konz - wird Maximini behalten. "Wie lange, ist aber noch offen", so der 59-Jährige. ax