Grünes Licht für Biogas-Anlage

Die Mehrheit im Merziger Stadtrat entschied sich am Donnerstagabend für den Bau der Anlage bei Fitten. Die Abstimmung wurde begleitet von Protesten der Bürgerinitiative gegen die Biogas-Anlage.

Merzig. Der Stadtrat von Merzig hat die umstrittene Bioerdgas-Anlage bei der früheren EVS-Deponie nahe Fitten auf den Weg gebracht: In der Ratssitzung am Donnerstagabend stimmte eine große Mehrheit der Ratsmitglieder für die Änderung des Flächennutzungsplanes, die Erstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes und den Abschluss eines Durchführungsvertrages zwischen der Stadt und dem Betreiberkonsortium der Anlage. Die Abstimmung wurde begleitet von Protesten der Bürgerinitiative gegen die Biogasanlage. Auf einer etwa drei Hektar großen Fläche nahe der EVS-Mülldeponie zwischen Hilbringen und der Grenze zu Frankreich soll eine Anlage zur Erzeugung von Bioerdgas errichtet werden. Das Projekt wird von einem Firmenkonsortium unter Führung der Bioenergie-Sparte des Energieversorgers Eon betrieben, die Merziger Stadtwerke halten zehn Prozent. Insgesamt sollen acht Millionen Euro in das Projekt investiert werden.

Die vorgesehene Leistung der Anlage beläuft sich auf umgerechnet zwei Megawatt elektrische Energie. Pro Jahr sollen nach Betreiber-Angaben rund

45 000 Tonnen Silage zu Biogas vergoren werden, das in Erdgas veredelt wird.

Gegen das Vorhaben regt sich Widerstand: .In Fitten befürchten die Bürger vor allem eine gravierende Geruchsbelästigung durch den Betrieb der Anlage sowie einen Wertverlust ihrer Immobilien durch die beeinträchtigte Lebensqualität. Hauptargument der Kritiker in Hilbringen ist die erwartete Verkehrsbelastung durch die Liefertransporte zu und von der Anlage. Die Silwinger befürchten, dass es wegen der Versiegelung der Fläche Probleme mit dem Abfließen von Niederschlagswasser bei Starkregenereignissen kommt. Die Bürgerinitiative kündigte bereits juristische Mittel an.

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