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Grünes Plätzchen für Wohnmobile

SAARBURG. Während das Projekt in der Nachbargemeinde Biebelhausen derzeit auf Eis liegt, trifft die Stadt Saarburg Vorbereitungen, im "Gewerbegebiet Saarufer" einen Wohnmobilstellplatz einzurichten. ARRAY(0x6b67a7c0)

Des einen Leid, des anderen Freud: Urlauber, die ihre Unterkunft gleich mitbringen und per Wohnmobil die schönsten Ecken ansteuern, finden im Bundesgebiet immer mehr Anlaufstellen. Schließlich hat die Tourismusbranche das Potenzial erkannt, das sich hinter der - in der Regel solventen - Klientel der Wohnmobilisten verbirgt. Landauf, landab werden Tourismus-Fachleute nicht müde, vom neuen Trend des Wohnmobil-Urlaubs zu künden und in unserer Region Vorzeigebeispiele wie den Wohnmobilstellplatz in Minheim an der Mosel vorzustellen. Bürger auf den Barrikaden

Mancherorts hat die Ankündigung eines geplanten Wohnmobilstellplatzes allerdings für Unruhe und Ärger in der Bevölkerung gesorgt. So hat sich in der Saargemeinde Kanzem eine Bürgerinitiative gebildet, die gegen das geplante Vorhaben zu Felde zieht (der TV berichtete mehrfach). In Biebelhausen kochte während einer Bürgerversammlung Ende April die Stimmung hoch, als der Gemeinderat die Pläne für die im Höchstfall geplanten 120 Stellplätze am Ortsein- beziehungsweise -ausgang von Biebelhausen präsentierte (TV vom 27. April). Inzwischen ist der Ball bis nach Saarburg gespielt, wo der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung den ersten Schritt für die Planung eines Wohnmobilstellplatzes gemacht hat. Die Fraktionen von CDU, SPD und FWG stimmten geschlossen dafür, den Bebauungsplan der Stadt Saarburg für das Teilgebiet "Gewerbegebiet Saarufer" zu ändern. Somit wird statt der bisherigen Festsetzung zur gewerblichen Nutzung ein Sondergebiet ausgewiesen, "das der Erholung dient, Zweckbestimmung Wohnmobilstellplatz", wie es in der Beschlussvorlage heißt. Dem TV erläuterte Stadtbürgermeister Jürgen Dixius: "Die Idee mit dem Wohnmobilstellplatz am Saarufer verfolgen wir schon lange, unabhängig von den Überlegungen in Biebelhausen." Mit dem derzeitigen Angebot, dem Stellplatz an den Anbindungsohren neben dem Schwimmbad in Saarburg, sei man wegen der Lage, vor allem aber wegen der fehlenden Ver- und Entsorgungsmöglichkeiten nicht glücklich. 73 Stellplätze auf einer Gesamtfläche von 12 460 Quadratmetern sehe die Entwurfsplanung für den Platz am Saarufer - neben der Schreinerei von Möbel Meyer - vor. Der Standort sei unter verschiedenen Gesichtspunkten für das Projekt ideal: "Wir können dort eine vernünftige Ver- und Entsorgung einrichten, haben die direkte Anbindung an den Radweg, und zu Fuß ist man in 15 Minuten in der Stadt. Vor allem spielt auch die unmittelbare Nähe zur Saar eine Rolle", meinte Dixius in der Sitzung. Einen konkreten Investor gebe es zwar noch nicht, erklärte das Stadtoberhaupt im Gespräch mit dem TV. Dixius spricht jedoch von zwei voneinander unabhängigen Interessenten. Ärger mit der Bevölkerung - wie in Biebelhausen - fürchte er nicht. "Die nächsten Anwohner sind weit entfernt auf der gegenüberliegenden Seite, dazwischen verläuft die Bundesstraße. Ich gehe davon aus, dass das Projekt positiv aufgenommen wird." Bernd Eilenz, Ayler Winzer und interessierter Investor für den in der Diskussion stehenden Platz in Biebelhausen, zeigt sich auf TV-Nachfrage unbeeindruckt von den Saarburger Plänen: "Wir sind nach wie vor von der Fläche in Biebelhausen überzeugt und wollen am Ball bleiben. Allerdings gehen wir das Thema langsam an, ohne großen Druck und ohne große Emotionen." Dass möglicherweise zwei Plätze nicht weit voneinander entfernt zu viel sein könnten, sieht Eilenz nicht: "Das müsste dann an der Mosel auch ein Problem sein. Es überleben ja auch mehrere Gaststätten an einem Ort." Ayls Ortsbürgermeister Siegfried Büdinger erklärt: "Im Moment ruht die Planung in Biebelhausen. Ich weiß nur, dass die Investoren nach wie vor interessiert sind, und wir wollen mit ihnen im Gespräch bleiben. Wir müssen uns aber nochmal beraten und sehen, wie sich das in Saarburg entwickelt."