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Grundschulen der VG Hermeskeil: CO2-Messgeräte gegen Corona-Pandemie

Bildung und Pandemie : Mehr Sicherheit für Grundschüler: So will die VG Hermeskeil den Corona-Schutz in Klassenzimmern verbessern

Wie können die Grundschulen noch besser gegen die Pandemie gewappnet werden? Dafür hat die Verwaltung verschiedene Möglichkeiten vorgestellt. Welche Lösung die beste zu sein scheint und wie diese finanziert werden soll.

Dicke Luft in den Klassenzimmern – sprichwörtlich ist das dem Lernen abträglich, wortwörtlich dem Corona-Schutz. Damit letztere Situation nicht passiert, will die Verbandsgemeinde Hermeskeil die Klassenzimmer in ihren fünf Grundschulen technisch aufrüsten. Dabei stehen grundsätzlich drei Möglichkeiten zur Auswahl: Stationäre, also fest installierte Lüftungsgeräte, mobile Lüftungsgeräte und Luftmessgeräte, welche die CO2-Konzentration ermitteln. In einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses der VG Hermeskeil am Mittwochabend informieren VG-Bürgermeister Hartmut Heck und Christian Schirmer, Mitarbeiter der VG-Verwaltung, über die Vor- und Nachteile der drei Alternativen sowie die jeweiligen Finanzierungsmöglichkeiten.

Stationäre, zentrale Lüftungsgeräte einbauen?

Schirmer beginnt mit den stationären, zentralen Lüftungsgeräten. „Eine solche Anlage gibt es beispielsweise im Hallenbad“, erklärt er. Sie wird fest installiert, was dementsprechend länger dauert als die Beschaffung der anderen beiden Alternativen. Außerdem muss vor dem Einbau einer solchen Anlage ein mehrstufiges Vergabeverfahren durchlaufen werden. Wegen des zeitlichen Aspekts scheidet diese Möglichkeit also eher aus, auch wenn bis zu 80 Prozent der Kosten vom Bund gefördert würden.

Mobile Lüftungsgeräte anschaffen?

Eine weitere Alternative sind mobile Lüftungsgeräte. Diese fördert das Land Rheinland-Pfalz mit bis zu fünfzig Prozent – allerdings nur für Räume, in denen keine anderen Möglichkeiten zur Entlüftung besteht. Das ist in den Grundschulen der VG nicht der Fall, da es dort genug Fenster zum Lüften gibt. Zudem müssten, je nach Geräteleistung, in manchen Klassenzimmern mehrere Lüfter laufen – und das kann ziemlich laut werden. „Außerdem könnte es da meiner Meinung nach auch eine psychologische Auswirkung geben, dass manche denken, wenn das Gerät da ist, dann muss ich weniger lüften“, gibt Heck zu bedenken. Die Geräte seien aber nur dazu da, die Luft im besten Fall zu filtern, und nicht, um frische Luft in den Raum zu bringen. „Die Frage ist, schaffen wir dann nicht eher noch eine Sache, die schädlicher ist, was die Problematik Ansteckungsgefahr und Luftreinigung angeht“, meint er.

Auf CO2-Messgeräte setzen?

Es bleibt die dritte Möglichkeit: CO2-Messgeräte, die anzeigen, wann die Konzentration im Raum so hoch ist, dass wieder gelüftet werden muss. „Das Land Rheinland-Pfalz fördert Luftmessgeräte mit 50 Prozent“, erklärt Schirmer die finanzielle Seite. Er nennt als Beispiel ein Gerät, das pro Stück 180 Euro kostet. 53 Räume müssten in den fünf Grundschulen der Verbandsgemeinde insgesamt ausgestattet werden. Sollte das Land die Hälfte der Kosten übernehmen, müsste die Verbandsgemeinde also insgesamt knapp 4800 Euro bezahlen – wenn man den Preis aus der Beispielrechnung nimmt.

„Ich halte das für die beste Möglichkeit“, meint Heck und führt auch gleich aus, welche Art von Messgerät er favorisiert: „Ich würde davon Abstand nehmen, eines zu benutzen, das ein akustisches Signal gibt, das würde den Unterricht stören.“ Es gebe aber zum Beispiel ein Modell, das mit einer Ampel anzeige, wie hoch die CO2-Konzentration im Raum gerade ist. „Das finde ich gut, selbst wenn der Lehrer das nicht sieht, dann sieht das ein Kind und kann sagen, wir müssen wieder lüften“, meint der Bürgermeister. Eine anschließende Abstimmung ist nicht notwendig: Die Kosten sind so gering, dass die Verwaltung die Geräte ohne Zustimmung des Ausschusses oder des VG-Rats beschaffen kann und dies laut Heck auch tun wird.