Grundstückskäufer gesucht

Wie eng das Finanzkorsett der Ortsgemeinde Pellingen ist, wurde - wieder einmal - in der jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderats deutlich.

 Auf wenig Gegenliebe stieß im Rat der Vorschlag, dem Hinweisschild auf das Baugebiet „Höthkopf/Stückelgrube“ einen Zusatz „Grundstücke zu verkaufen“ hinzuzufügen. TV-Foto: Klaus D. Jaspers

Auf wenig Gegenliebe stieß im Rat der Vorschlag, dem Hinweisschild auf das Baugebiet „Höthkopf/Stückelgrube“ einen Zusatz „Grundstücke zu verkaufen“ hinzuzufügen. TV-Foto: Klaus D. Jaspers

Pellingen. (kdj) Das Gremium hatte sich mit zwei Jahresetats zu beschäftigen. Beide boten nur wenig Anlass zur Freude: Die Jahresrechnung 2008 offenbarte die Hauptursache der finanziellen Schieflage. Der Verwaltungshaushalt schloss mit 1 342 933 Euro Ausgaben ab - bei 910 400 Euro Einnahmen ergibt sich ein Fehlbetrag von 432 529 Euro. Darin sind gut 80 170 Euro Haushaltsüberschreitungen - also nicht vorgesehene Ausgaben - enthalten. Davon werden im Ausgabennachweis rund 69 800 Euro mit "1. Schlechte Kassenlage; Finanzierung der Defizite aus Vorjahren" und "2. Vorfinanzierungskredit von rund 2,5 Millionen Euro für das Baugebiet "Höthkopf/Stückelgrube" begründet. Bisher wurden nur drei Baugrundstücke verkauft.

Eine grobe Berechnung der Pellinger Gemeinde-Schulden ergibt einen Rekord von 2,9 Millionen Euro, deren größter Teil allerdings durch die noch nicht verkauften Baugrundstücke ausgeglichen wird. Bei rund 1040 Einwohnern weist diese Rechnung eine Pro-Kopf-Verschuldung von 2900 Euro aus. Kaum erfreulicher sieht der (einstimmig angenommene) Etat 2009 aus. Er listet (im Ergebnishaushalt) bei knapp 1,089 Millionen Euro Einnahmen und 1,282 Millionen Euro Ausgaben einen Fehlbetrag von zirka 193 000 Euro auf. Diese Grob-Rechnungen bedeuten für Pellingen, dass selbst bei den notwendigen kleineren Ausgaben gespart werden muss. Finanzhilfen erhofft sich der Rat aus dem Dorferneuerungsprogramm, Anlass für den Beigeordneten Joachim Weber als Vertreter der VG-Verwaltung, auf die von den jeweiligen Gemeinden zu tragende "Restfinanzierung" zu verweisen. Er verband den Hinweis mit dem Rat, in den zu beschließenden Haushalt 10 000 Euro für die notwendige Vorbereitung einzustellen. Der Rat folgte einstimmig. Weitere Beschlüsse: die Deckschicht des Sportplatzes soll hergerichtet werden; eine Restaurierung des Kriegerdenkmals wird mit dem Denkmalschutz abgestimmt; eine Beteiligung von Vereinen und Gruppen am Konzer Stadtjubiläum wird bezuschusst; an einem "runden Tisch" sollen die Vorstellungen der Pellinger Jugendlichen von einem schon seit langem in Rede stehenden Jugendheim erkundet werden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort