Günstiges Holz, gutes Geschäft

Angesichts steigender Kosten für Öl und Gas suchen immer mehr Menschen eine Alternative zu den fossilen Energieträgern. Die Konsequenz: Das Geschäft mit Brennholz aus den Gemeindewäldern boomt. Unterdessen droht in Merzkirchen die Nachfrage das Angebot zu übersteigen.

Merzkirchen. Das Brennholzgeschäft brummt, denn Holz ist ein begehrter Rohstoff. Aus einem Raummeter, der im Bereich des Forstamts Saarburg je nach Verarbeitungsgrad des Holzes zwischen 20 und 60 Euro kostet, lässt sich so viel Heizenergie herausholen wie aus 210 Litern Öl, die mit etwa 150 Euro zu Buche schlagen. Auch die Kommunen profitieren vom Holzgeschäft. So wird die Gemeinde Merzkirchen bei der Bewirtschaftung ihres Gemeindewaldes im kommenden Jahr einen Gewinn von voraussichtlich 2029 Euro einfahren. Dazu sollen rund 1098 Festmeter Holz der Motorsäge zum Opfer fallen. Ein Großteil davon wird als Brennholz verkauft und in den Öfen von Merzkirchener Haushalten landen. Die Zahlen stammen aus dem Forstwirtschaftsplan, den das Forstamt Saarburg aufgestellt hat und den der Gemeinderat jüngst absegnete.Doch anstatt angesichts des positiven Geschäftsergebnisses zu frohlocken, machen sich die Ratsherren der Saargau-Gemeinde Sorgen. Der Grund: Die Nachfrage nach dem begehrten Rohstoff aus dem Gemeindewald droht das Angebot zu übersteigen. Nach Auskunft von Ortsbürgermeister Martin Lutz lagen im vergangenen Jahr Bestellungen von Merzkirchener Bürgern mit einem Gesamtumfang von etwas mehr als 800 Raummetern vor. "Wir konnten die Brennholz-Nachfrage in den vergangenen Jahren noch decken. Das wird aber künftig nicht mehr der Fall sein, sollte die Nachfrage weiter steigen", sagte Lutz bei einem Ortstermin des Gemeinderats im Gemeindewald nahe dem Ortsteil Rommelfangen. Ein Rückgang der Nachfrage ist allerdings kaum zu erwarten. Im Gegenteil. Laut Ortschef Lutz gibt es in den insgesamt sieben Merzkirchener Ortsteilen bereits Haushalte, die ihre Heizsysteme komplett auf den Brennstoff Holz umgestellt haben.Auch Peter Strupp, Leiter des Forstreviers Palzem, dem der Merzkirchener Gemeindewald angegliedert ist, blickt skeptisch in die Zukunft. Denn Förster Strupp sitzt in der Zwickmühle. Während er als Geschäftsmann darum bemüht ist, die Wünsche seiner Kunden - in diesem Fall die Bürger von Merzkirchen - zu erfüllen, hat er als Förster dafür zu sorgen, dass auch künftige Generationen vom Gemeindewald profitieren können. Nachhaltigkeit lautet das Schlagwort in diesem Zusammenhang. Konkret heißt das: Es darf nicht mehr Holz eingeschlagen werden, als nachwächst - abgesehen davon, dass in Merzkirchen im kommenden Jahr keine Fichten gefällt werden. Der Grund: Das Sturmtief Kyrill, das im Januar über Deutschland fegte und in den Wäldern große Schäden anrichtete, hat laut Revier-Chef Strupp einen erheblichen Preisverfall beim Fichtenholz verursacht.Um der Brennholz-Problematik zu begegnen, will die Gemeinde im kommenden Jahr die Abgabe auf 20 Festmeter pro Haushalt begrenzen. Zudem erhalten nur jene Holz aus dem Merzkirchener Gemeindewald, die in einem der sieben Ortsteile wohnen. Außerdem soll auch künftig der Wiederaufforstung eine große Bedeutung beigemessen werden.

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