Günther Frentzen fotografiert Menschen in Konz - Ausstellung am Samstag

Kostenpflichtiger Inhalt: Porträts von Menschen aus aller Welt : Fotos zeigen die Vielfalt von Konz

Günther Frentzen hat etliche Menschen aus der Saar-Mosel-Stadt mit seiner Kamera porträtiert. Die Bilder stellt er erstmals ab Samstag, 16. November, im nagelneuen Gemeindezentrum der Evangelischen Kirche aus.

Für Günther Frentzen beginnt es mit einem Besuch im Ratskeller, der urigen Wirtschaft unterhalb des Konzer Rathauses. Dort trifft er Cilli Rohn, die Wirtin. Sie kommen ins Gespräch, und der 71-jährige pensionierte Berufsschullehrer erzählt von seinen Porträtfotos und seiner Leidenschaft für Fotografie. Frentzen ist zwar kein professioneller Fotograf, aber er hat früher Fotografie in Drogisten-Klassen unterrichtet. 2016 entdeckt der ehemalige Ortsbürgermeister von Kanzem seine Leidenschaft für Porträtfotografie.

Damals habe ein Gemeindearbeiter ihm den „Floh ins Ohr“ gesetzt, eine Ausstellung zu organisieren. Seine Frau und seine Tochter hätten seine Porträts gelobt. „Da ist richtig Leben drin“, habe seine Frau gesagt. Dann folgt eine erste Ausstellung im Kanzemer Friedhofsgarten. Das Thema: Jahreszeiten und Leben. Abgebildet waren Menschen vom Baby bis zum alten Mann. Seine Fotorgrafiertechnik sei mit der Zeit besser geworden – durch Ausprobieren, Fehler machen und anschließendes Vermeiden derselben Fehler.

Nachdem er 2016 in die Stadt Konz umzieht, entwickelt er den nächsten Plan. Und da kommt Ratskeller-Wirtin Cilli Rohn ins Spiel, die sich für Frentzens Arbeit begeistern lässt. Frentzen lichtet für sie zwölf stadtbekannte Konzer Persönlichkeiten ab. Die großformatigen Porträts hängen später in der Gaststätte. Für Frentzen ist das aber nur ein Anfang. Er fotografiert weiter, diesmal keine Prominenten, sondern Gesichter, die ihm im Stadtbild auffallen. Menschen, die für andere vielleicht unauffällig sind, dem 71-Jährigen aber ins Auge stechen. „Ich quatsche einfach Leute an“, sagt Frentzen.

Es sind Männer und Frauen, Deutsche und Ausländer, eine zehnjährige Kurdin, ein 20-jähriger Eritreer, oder eine 100-jährige Könenerin. Obdachlose, Arbeiter, Deutsche, Asiaten, Araber oder Europäer. Frentzen fotografiert mit der Zeit immer mehr Menschen. Vor Kunstwerken, vor Pflanzen, drinnen, draußen - überall in der Stadt. Will er zuerst Ersatz für die Porträts im Ratskeller schaffen, wird es irgendwann sein Ehrgeiz, möglichst viele Nationen abzubilden, die in Konz vertreten sind.

Er wolle die Stadt in ihrer Vielfalt festhalten, sagt er. Das sei mal leichter und mal schwerer. Speziell wenn er Frauen mit Kopftuch fotografieren wolle, sei Überredungskunst gefragt. Oft hätten deren Männer etwas dagegen. Aber: „Das ist Verhandlungssache“, sagt Frentzen. Und das ambitionierte Projekt bleibt in Konz nicht unbemerkt. Weil Frentzen aktiv in der Evangelischen Gemeinde in Konz mithilft, zeigt er Pfarrerin Anna Peters irgendwann seine Bilder. Sie sagt: „Ich finde, dass es Fotos sind, die etwas über die abgebildeten Personen erzählen.“

Tatsächlich weiß Frentzen zu jedem Bild eine kleine Geschichte zu erzählen. Denn er redet mit den Menschen, die er fotografiert. Das seien oft schöne und internationale Erfahrungen. Das Thema „Leben in Konz“, das Frentzen dem Projekt gegeben habe, passt aus Peters Sicht auch zur Vorstellung der Evangelischen Kirche von einer vielfältigen Stadt. Frentzen möchte durch Porträts von Einheimischen und von Menschen aus den rund 100 Nationen, die in Konz dauerhaft oder vorübergehend ihren Wohnsitz haben, ein Bild vom sozialen Gefüge der Stadt zeichnen. Deshalb bietet Peters dem 71-Jährigen an, seine Bilder im nagelneuen Gemeindehaus auszustellen. Dass es am Samstag, 16. November, die erste Veranstaltung in dem frisch sanierten Gebäude ist, macht die Vernissage zu etwas ganz Besonderen für die Kirchengemeinde.

Das sind Bilder aus der Porträt-Serie Leben in Konz von Günther Frentzen. Foto: Günther Frentzen
Das sind Bilder aus der Porträt-Serie Leben in Konz von Günther Frentzen. Foto: Günther Frentzen
Das sind Bilder aus der Porträt-Serie Leben in Konz von Günther Frentzen. Foto: Günther Frentzen
Das sind Bilder aus der Porträt-Serie Leben in Konz von Günther Frentzen. Foto: Günther Frentzen
Das sind Bilder aus der Porträt-Serie Leben in Konz von Günther Frentzen. Foto: Günther Frentzen
Das sind Bilder aus der Porträt-Serie Leben in Konz von Günther Frentzen. Foto: Günther Frentzen

Dass es überhaupt so weit gekommen ist, verdankt Frentzen auch Dominik Schnith, der das Bundesförderprogramm Demokratie leben (siehe Hintergrund) in Konz betreut. Denn ohne Mittel aus diesem Programm hätte der ehemalige Ortsbürgermeister seine Porträts wohl niemals großformatig ausdrucken lassen. Dann hätte es auch nie eine Ausstellung gegeben, die in den kommenden Monaten an unterschiedlichen Orten in Konz zu sehen sein wird (siehe Info).

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