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Gusenburg will neues Bauland erschließen

Neues Bauland : Gusenburg soll weiter wachsen

Der Gemeinderat hat mehrheitlich für die Entwicklung eines Baugebiets am nördlichen Ortsrand gestimmt. Es gab aber auch Zweifel bei Ratsmitgliedern, die diese Fläche für ungeeignet halten.

Die Baulandreserven im Hochwaldort Gusenburg mit seinen etwa 1100 Einwohner gehen allmählich zur Neige. Damit sich auch zukünftig Neubürger dort ansiedeln können, hat sich die Gemeinde auf den Weg gemacht, ein neues Baugebiet zu entwickeln. Der Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung grundsätzlich entschieden, welche Fläche dafür am besten geeignet wäre. Nach kurzer Diskussion sprach sich eine Mehrheit für ein Areal im Norden jenseits der Gartenstraße und der Kindertagesstätte aus.

Zuvor hatte Thomas Lang vom Architekturbüro BKS in Trier die verfügbaren Optionen vorgestellt. Laut dem Planer fielen zwei Areale entlang des Engbachs und der Bachstraße schon nach einer Prüfung durch die Hermeskeiler Verwaltung weg. Sein Büro habe die übrig gebliebenen Flächen auf ihre grundsätzliche Eignung hin untersucht. Die meisten Vorteile ergaben sich demnach bei den zwei Flächen im Norden. „Sie haben den Charme, dass man sie auch in Abschnitten angehen kann“, sagte Lang. Entstehen könnten dort bis zu 26 Baugrundstücke. Die verkehrstechnische Erschließung sei unproblematisch, auch die Entwässerung sei aus Sicht der Werke gut zu lösen. Und die Gemeinde müsse dort mit deutlich weniger Eigentümern über den Verkauf von Parzellen sprechen als bei den anderen Gebieten. Ein weiterer Vorteil: Um zur Schule, Kita oder Ortsmitte zu gelangen, müssten die Bewohner des Neubaugebiets nicht die durch den Ort führende vielbefahrene Landesstraße queren.

Bei den Flächen im Westen jenseits der Ringstraße sei das Gelände stark geneigt, erklärte Lang. Um dies auszugleichen, sei eine Bauweise mit Keller unvermeidbar. Im Gebiet unterhalb der Feldstraße im Süden würden die Parzellen recht intensiv von den Anwohnern oberhalb genutzt. „Da ist fraglich, ob sie überhaupt zur Verfügung stehen.“ Um das Regenwasser abzuleiten, wären zusätzliche Flächen für Rückhaltebecken nötig. Ein Vorteil wäre laut dem Planer, dass dieses Areal im Flächennutzungsplan (FNP) der Verbandsgemeinde bereits als potenzielles Bauland vorgesehen ist. Sollte stattdessen ein anderes Areal ausgewählt werden, müsste eigentlich der Plan entsprechend geändert werden. Laut Lang gibt es aber bis zum 31. Dezember dieses Jahres eine Hintertür: Eine Sonderregelung im Baugesetzbuch erlaube bis dahin, ohne Änderung des FNP Bebauungspläne für Wohngebiete mit bis zu 10 000 Quadratmetern im Außenbereich aufzustellen. Das Verfahren dazu müsse aber zwingend vor Jahresende eingeleitet und Ende 2021 abgeschlossen werden.

In welche Richtung könnte Gusenburg sich entwickeln? Der Gemeinderat favorisiert eine Fläche am nördlichen Ortsrand links neben der Landesstraße gelegen für ein neues Baugebiet. Foto: Trierischer Volksfreund/Christa Weber

Aus dem Rat gab es dennoch einige kritische Stimmen zum favorisierten Gebiet hinter dem Kindergarten. Josef Paulus merkte an, dass es dort „Nass-Wiesen“ gebe und dies möglicherweise ein Baugebiet an dieser Stelle verhindern könne. Schriftführer Christoph Borresch meldete sich als Anwohner zu Wort. Er habe beim Bau seines Hauses „schon einiges Leid erfahren“ wegen Problemen mit eindringendem Wasser, warnte Borresch. Ebenso sei es seinen Nachbarn ergangen. Das Gelände sei „sehr wasserreich“. Deshalb hätten sich dort viele Amphibien angesiedelt, die „schützenswert“ sein könnten. Planer Thomas Lang erklärte, dass diese Dinge im Verfahren von einem Gutachter geprüft und geklärt werden könnten. Denkbar sei, in diesem Bereich generell auf Keller zu verzichten. Für ein K.o.-Kriterium halte er die Einwände nicht. Betroffene Tiere könnten gegebenenfalls umgesiedelt oder vergrämt werden, da im Umfeld mehrere Rückzugsorte für sie existierten.